Deutschland im Stau

Deutschland im Stau

Deutschland ist schön, aber klein. Von der Fläche her macht es nicht einmal ein Tausendstel dieser Welt aus. Und doch würden die Staus, die sich allein in diesem Jahr und allein auf den deutschen Autobahnen bildeten, zusammengenommen elfmal um den Globus reichen. Dieser Vergleich macht deutlich, warum immer mehr Autofahrer am Ende ihrer Geduld angekommen sind. Das Grundrecht auf Freizügigkeit und Bewegungsfreiheit ist im Praxistest der Autobahnen kaum mehr etwas wert.

Es gibt gute Staus, in denen Hoffnung keimt. Weil zügig gearbeitet wird und es hinterher besser wird. Und es gibt schlechte Staus, in denen der Fahrer verzweifelt ins Lenkrad beißen möchte. Weil sich nichts tut und hinterher doch wieder alles steht. Die Politiker sind gewählt, damit es mehr gute und weniger schlechte Staus gibt.

Aber die Antwort kann nicht darin bestehen, sechs-, acht- oder zehnspurige Autobahnen für Milliarden in die Landschaft zu klotzen. Am Ende hätten wir nicht weniger Probleme, sondern noch mehr (Transit-) Verkehr. Die Antwort steckt in einem intelligenten Mix aus Verkehrsverhalten und Verkehrsangeboten. 450 000 Kilometer Stau sind auch 450 000 gute Gründe, Bahn und Bus attraktiver zu machen.

(RP)
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