Düsseldorf: Deutsche Firmen kaum betroffen

Düsseldorf : Deutsche Firmen kaum betroffen

Aufatmen in den Chefetagen deutscher Unternehmen: Keiner ihrer Mitarbeiter kam bei der Erdbeben-Katastrophe zu Schaden. Sprecher mehrerer deutscher Konzerne sagten am Wochenende, ihre Angestellten seien wohlauf und die Anlagen weit von dem beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima entfernt. Zehn deutsche Mitarbeiter des Kraftwerkherstellers Areva, die während des Erdbebens auf dem Gelände des Unglücksreaktors Fukushima I arbeiteten, sind nach Medieninformationen "gesund und wohlauf".

Die Areva-Mitarbeiter hätten das Kraftwerk nach dem Beben sofort verlassen und seien ins Landesinnere geflohen, sagte Unternehmenssprecher Mathias Schuch der "Bild am Sonntag". Die Techniker hätten in Reaktorblock 4, der schon vor dem Beben abgeschaltet wurde, Wartungsarbeiten durchgeführt.

Siemens hat in Japan etwa 2500 Mitarbeiter, knapp 100 davon stammen nicht aus dem Land, wie Pressesprecherin Ivonne Junghänel berichtete. Die Produktionsstätten seien über das Land verteilt, lägen allerdings nicht im Umkreis des betroffenen Atomkraftwerks.

Beim Düsseldorfer Henkel-Konzern, der in Japan an vier Standorten Klebstoff produziert, hieß es: "Alle Mitarbeiter sind in Sicherheit. Und es gibt keine großen Schäden an den Produktionsanlagen." Diese lägen auch nicht an der vom Tsunami getroffenen Küste.

Neun Großhandelsmärkte betreibt die Metro in Japan. Diese seien sicherheitshalber geschlossen worden, sagte ein Konzern-Sprecher. Das Beben habe zwar zu Schäden an den Gebäuden geführt, doch hielten sich diese in Grenzen.

Glimpflich davongekommen sind die vier Produktionsstandorte des Leverkusener Pharma- und Pflanzenschutzkonzerns Bayer. Auch der Chemiekonzern Lanxess teilte mit, dass niemandem aus der Belegschaft etwas passiert sei. Das Unternehmen beschäftigt an drei Standorten in Japan insgesamt 100 Mitarbeiter.

Für die Deutsche Bank sind in Japan an mehreren Niederlassungen rund 1000 Mitarbeiter tätig, die meisten davon sind Einheimische, wie Banksprecher Michael Lermer sagte. Es gebe keinen Anlass, nicht-japanische Mitarbeiter zurückzuholen.

(RP)
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