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Deutsche Bank zahlt 800 Millionen an Kirch-Erben

Deutsche Bank zahlt 800 Millionen an Kirch-Erben

frankfurt/M. (gw) Einer der spektakulärsten Streitfälle in der deutschen Wirtschaftsgeschichte endet womöglich mit einer außergerichtlichen Einigung: Die Deutsche Bank zahlt der Familie des 2011 gestorbenen früheren Medienunternehmers Leo Kirch knapp 800 Millionen Euro; dafür sollen die Kirch-Erben im Gegenzug alle noch ausstehenden Klagen zurückziehen. Das berichtet das "Manager Magazin". Beide Seiten wollten die angebliche Einigung nicht kommentieren.

Kirch hatte der Deutschen Bank und deren früherem Vorstandssprecher Rolf Breuer vorgeworfen, sie seien verantwortlich für den Zusammenbruch des Kirch-Imperiums 2002. Damals hatte der Medienunternehmer Insolvenz anmelden müssen. Kurz zuvor hatte Breuer in einem Interview angedeutet, dass die Finanzbranche offenbar kein weiteres Geld für die Kirch-Gruppe zur Verfügung stellen wolle. Kirch hatte diese Aussage stets so gewertet, als sei sie ursächlich für die Pleite gewesen, und hatte den Manager sowie die Bank in der Folge mit einer Flut von Klagen überzogen. Seine Forderungen in den Prozessen beliefen sich ursprünglich auf mehrere Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr waren die beiden Kontrahenten wenige Wochen vor Kirchs Tod im Juli im Gerichtssaal aufeinandergetroffen. Im Zusammenhang mit dem Kirch-Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft München derzeit auch gegen den scheidenden Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

(RP)