Der Wettbewerb um den Bundesvorsitz der CDU ist Werbung für die Demokratie

Kommentar zum CDU-Vorsitz: Werbung für die Demokratie

In der CDU herrscht Aufbruchstimmung. Sie will mehr Demokratie wagen. Das muss die Partei nutzen, will sie nicht wieder in die alte Erstarrung zurückfallen.

Ein Gewinner des Wettbewerbs um den Parteivorsitz bei den Christdemokraten steht jetzt schon fest. Es ist die CDU selbst. Da mag viel Inszenierung, viel Selbstreflexion dabei sein. Aber dass erstmals in der Geschichte der straff geführten und eher langweiligen CDU gleich drei Kandidaten zur Wahl stehen, hat die Partei beflügelt. Auch die Wähler trauen ihr mehr zu, was sich in steigenden Umfragewerten niederschlägt.

Doch dabei darf die CDU nicht stehenbleiben. Denn wenn mit der Diskussion um den Bundesvorsitz die innerparteiliche Demokratie wieder in den Dornröschenschlaf fällt, ist wenig gewonnen. Auch eine Dauerrivalität zwischen neuem Parteichef oder neuer Parteichefin und der Kanzlerin würde das gerade neu entstandene Vertrauen bei den Wählern wieder zerstören.

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Mehr Demokratie wagen, könnte zum Markenzeichen auch der CDU werden. Ein Gewinn für das politische System insgesamt. Allerdings könnten die Niederungen der Politik den Aufbruch auch schnell wieder zunichte machen.

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