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Bochum: Der "Pott" ist beim beruflichen Nachwuchs besonders beliebt

Bochum : Der "Pott" ist beim beruflichen Nachwuchs besonders beliebt

Dem Ruhrgebiet gehen die Menschen aus: Einer Bertelsmann-Studie zufolge soll in den kommenden 15 Jahren die Bevölkerung von derzeit etwa 5,05 Millionen um 480 000 schrumpfen. Dabei empfinden vor allem junge Menschen den "Pott" als attraktiven Arbeits- und Lebensraum. Das hat eine vom Initiativkreis Ruhr in Auftrag gegebene Forsa-Studie ergeben. Demnach waren zwei Drittel der Befragten der Ansicht, dass das Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland "attraktiver" (31 Prozent) oder zumindest "ähnlich attraktiv" (35 Prozent) sei. Bei jungen Erwachsenen (18 bis 29 Jahre) waren die Umfragewerte besonders positiv. 76 Prozent der Schüler und Studenten zeigten sich optimistisch, später im Ruhrgebiet einen Arbeitsplatz zu finden.

Verbesserungsbedarf sahen die Befragten vor allem im Bereich der schulischen Förderung. 76 Prozent waren der Ansicht, dass die Schulen mehr tun müssten, um die Schüler auf das Berufsleben vorzubereiten. Ein weiterer Kritikpunkt waren schulische Praktika: 84 Prozent hätten während ihrer Schulzeit gerne mehr berufspraktische Erfahrung gesammelt. Drei Viertel der Befragten würden es begrüßen, das Fach Wirtschaft als neues Schulfach einzuführen. Eine große Mehrheit der Befragten (79 Prozent) meint, dass in den Schulen mehr Wert auf die Vermittlung von sozialen Kompetenzen gelegt werden sollte. Mehr Informations- und Beratungsangebote für die Berufs- und Studienwahl wünschten sich 60 Prozent.

Möglichkeiten sich über etwaige Arbeitgeber und Hochschulen zu informieren, bieten von heute bis Dienstag, 22. September, die "TalentTage Ruhr". Die vom Initiativkreis Ruhr organisierte Leistungsschau findet ab heute in zwölf Städten im Ruhrgebiet statt, darunter auch Duisburg, Essen und Oberhausen. Mehr als 50 Initiativen, Hochschulen, Unternehmen, Kammern und Kommunen präsentieren sich Interessierten bei 40 Veranstaltungen. "Das Ruhrgebiet hat wie keine andere Region ein großes Potenzial an jungen Menschen, deren Talente wir mit der richtigen Unterstützung finden und fördern können", sagt Michael Schmidt, Bildungsbeauftragter des Initiativkreises Ruhr. Nach dem Erfolg bei der Premierenveranstaltung im vergangenen Jahr rechnen die Organisatoren dieses Mal mit dreimal so viel Teilnehmern: 6500 sollen es nach Angaben der Organisatoren werden. Weitere Informationen zu den verschiedenen Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.talenttageruhr.de.

(sb)