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NEMAX weiter mit Verlusten: DAX erholt sich nach Euro-Intervention

NEMAX weiter mit Verlusten : DAX erholt sich nach Euro-Intervention

Frankfurt/Main (dpa). Die Intervention zu Gunsten des Euro und Kursgewinne bei den Werten der so genannten "Old Economy" haben den DAX am Freitag nach anfänglichen Verlusten in die Gewinnzone geschoben. Gegen 18.00 Uhr wurde der Deutsche Aktienindex DAX mit 0,47 Prozent bei 6 714,38 Punkten im Plus berechnet. Gleichzeitig gaben die mittelgroßen Werte im MDAX 0,72 Prozent auf 4 709,41 Zähler nach. Am Neuen Markt verloren die Wachstumstitel im NEMAX-50 (Performance-Index) 1,34 Prozent auf 5 189,88.

Frank Albrecht, Aktienhändler bei der Hamburger M.M. Warburg, sah nach der Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB), der japanischen Notenbank und der amerikanischen Federal Reserve (Fed) am Deutschen Aktienmarkt eine leichte Erholung. Belastend wirkten sich jedoch die Kursverluste bei den Technologiewerte aus, die nach einer ungünstigen Umsatzprognose US- Halbleiterherstellers Intel am Morgen eingebrochen waren.

Unter den deutschen Technologiewerten wurden die Titel von Siemens zuletzt mit minus 4,90 Prozent bei 150,92 Euro gehandelt. Am Morgen war der Titel bis auf rund 144 Euro abgerutscht. Der Kurs der Siemens-Tochter Epcos verringerte am Nachmittag die Verluste und gab zuletzt 3,90 Prozent auf 93,70 Euro nach. Leichte Erholungstendenzen auch bei Infineon: Der Titel büßte zuletzt 4,94 Prozent auf 55,66 Euro ein.

Henkel-Aktien gehörten zu den Gewinnern im DAX. Zuletzt legte das Papier 6,97 Prozent auf 70,60 Euro zu. Händler führten die Gewinne auf die positiven Umsatz- und Ergebniserwartungen zurück.

Nach dem Einbruch um mehr als neun Prozent am Donnerstag erholte sich die Lufthansa-Aktie im Freitagshandel um 5,82 Prozent auf 22,71 Euro. Mit der Beteiligung an der Dortmunder Regionalfluggesellschaft Eurowings plane die Kranichlinie ihre Position im deutschen Markt auszubauen, sagte ein Analyst einer norddeutschen Bank.

Aktien der Telekom verloren weiter an Wert. Mit einem Kursabschlag von 1,40 Prozent auf 38,70 Euro erreichte der Titel beinahe den Jahrestiefstwert von 37,66 Euro. Sie würden mitgerissen von dem Einbruch der Technologiewerte, sagte eine Stuttgarter Händlerin.

Der Vorstand der E.ON AG will innerhalb der nächsten neun Monate eigene Aktien von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals über die Börse zurückkaufen. Die Aktie kletterte um 3,41 Prozent auf 56,15 Euro. Die RWE-Aktie kletterte nach Vorlage der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 1999/2000 um 0,38 Prozent auf 39,85 Euro. Bankentitel tendierten uneinheitlich. Deutsche Bank verloren 2,45 Prozent auf 93,65 Euro. Dresdner Bank legten um 2,40 Prozent auf 49,00 Euro zu. Das Commerzbank-Papier stieg um 1,83 Prozent auf 32,90 Euro.

In London und Paris tendierten die Börsen fester. Der Euro-STOXX- 50 verlor zuletzt 0,2 Prozent auf 4 933,62 Punkte.

Der Euro stieg nach der Ankündigung der EZB am Devisenmarkt zu dessen Gunsten zu intervenieren bis auf 0,8980 US-Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 0,8784 US-Dollar gehandelt. Der Dollar kostete 2,2273 DM. Die EZB setzte den Referenzkurs mit 0,8890 (nach 0,8524) Dollar fest. Der Dollar war damit 2,20 (2,2945) DM wert.

Der Rentenmarkt zeigte sich freundlich. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen lag mit 105,16 Zählern um 0,2 Prozent höher. Der Rentenindex REX stieg um 0,3 Prozent auf 110,15 Punkte. Die Umlaufrendite betrug 5,27 Prozent nach 5,32 Prozent am Vortag.

(RPO Archiv)