Persönlich: David Groenewold . . . war Freund und Helfer Wulffs

Persönlich: David Groenewold . . . war Freund und Helfer Wulffs

David Groenewold (40), zusammen mit Alt-Bundespräsident Christian Wulff (Tatverdacht: Vorteilsannahme) vom Landgericht Hannover wegen Vorteilsgewährung angeklagt, war schon als 27-Jähriger aus eigenem Antrieb ein reicher Mann. Der Filmkaufmann ist ein Junge aus "gutem Hause", wie man sagt. Sein Vater: der renommierte Steueranwalt Erich Groenewold. Er schickte seinen begabten Filius auf das Eliteinternat Salem am Bodensee. Es folgten Ausbildungsstationen, wie sie gediegener kaum denkbar sind: Wirtschafts- und Politikstudium an der London School of Economics, European Business School in Oestrich-Winkel, Station beim Bankhaus Merill Lynch.

Aus dem silbernen Löffel, mit dem im Mund der großzügige Freund des Spitzenpolitikers Wulff 1973 in Berlin geboren wurde, machte jener im Film-Finanzierungs- und Produktionsgeschäft Tätige früh einen goldenen. Villen in Berlin und an der Côte d'Azur. Dort ließen einst Einbrecher zur Genugtuung Groenewolds seine alte "Rolex" und die Champagner-Vorräte unberührt.

Groenewold und Wulff lernten sich 2003 anlässlich der tollen Filmproduktion "Das Wunder von Lengede" kennen. Hier der stocksolide Christdemokrat, dort der umtriebige, einfallsreiche mittelständische Unternehmer. Die Gegensätze zogen sich an. Groenewold, auf Duz-Fuß mit Filmgrößen der Kategorie Helmut Dietl, lud zu exquisiten Partys: die Damen hatten Klasse, die Herren Einfluss; Wulff war gerne mit von der Partie. Seine CDU Niedersachsen profitierte von Groenewolds großem Herz. Wulff legte gute Worte ein für die steuerliche Förderung des deutschen Films.

  • Alt-Bundespräsident führt Chorverband : Christian Wulff ist wieder Präsident

Die Justiz in Hannover meint nun, in einem Fall aus dem Jahr 2008 sei womöglich des "Guten" zu viel getan worden zwischen Amtsträger und Freund. Groenewold machte sich über die auf wackligen Beinen stehende Anklage lustig. Mal sehen, wer zuletzt lacht.

(RP)
Mehr von RP ONLINE