Düsseldorf: Das Netz spottet über Pariser Trauermarsch

Düsseldorf : Das Netz spottet über Pariser Trauermarsch

Die Inszenierung der Teilnahme der Spitzenpolitiker an der Demonstration löst Kritik aus.

Wenige Tage nach dem als historischen eingestuften Trauermarsch für die Terror-Opfer in Paris regt sich nun auch Kritik. So zirkulieren im Internet Fotos, die im Gegensatz zu den bislang verbreiteten Bildern deutlich zeigen, dass die 57 Staats- und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, vom Rest des Demonstrationszugs isoliert blieben. Das löst viel Spott, teilweise auch Empörung aus.

Aus Sicherheitsgründen, so die Begründung, wurde die Gruppe nach allen Seiten abgeschirmt. Dies war allerdings schon im Vorfeld der Demonstration angekündigt worden. Angeführt wurde der Marsch von Angehörigen der ermordeten Journalisten und der Opfer aus dem jüdischen Supermarkt. Die Spitzenpolitiker, ganz vorn Frankreichs Präsident François Hollande, folgten dieser Gruppe in etwa 60 Meter Abstand über etwa 200 Meter und stiegen dann wieder in Busse, die sie zurück zum Elysée-Palast brachten.

Viel Häme musste sich auch Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy gefallen lassen. Das Protokoll hatte ihn mit seiner Frau Carla Bruni in die vierte Reihe bugsiert. Doch als sich der Tross in Bewegung setzte, befand sich Sarkozy plötzlich ganz vorne. Ob nun absichtlich oder unfreiwillig - die Internet-Gemeinde überschüttet den Chef der konservativen UMP jedenfalls mit Spott. Es zirkulieren immer mehr Fotomontagen, auf denen Sarkozy sich in den Vordergrund drängt.

(RP)