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Persönlich: Daniel Bahr ... berät jetzt Barack Obama

Persönlich : Daniel Bahr ... berät jetzt Barack Obama

Die Niederlage der FDP bei der Bundestagswahl kostete Daniel Bahr seinen Job als Gesundheitsminister – nun hat er einen neuen. Ab Mitte Februar soll Bahr im Auftrag der Denkfabrik "Center for American Progress" (Zentrum für amerikanischen Fortschritt) Barack Obama bei der Umsetzung der umstrittenen Gesundheitsreform "Obamacare" beraten.

Sie ist das Prestigeprojekt des US-Präsidenten, sorgte aber beim Start durch Pannen für Negativ-Schlagzeilen. Mit seiner Arbeit für die Denkfabrik will Bahr dazu beitragen, dass die Reform doch noch zum Erfolg wird. Dabei musste der 37-Jährige, der nebenbei noch als Gastdozent für Gesundheitsökonomie an der Universität von Michigan arbeiten wird, bereits feststellen, wie unterschiedlich Deutsche und Amerikaner ticken. "Als Liberaler musste ich schmunzeln, als ich in einer Diskussion mal als Sozialist bezeichnet wurde, weil ich meine, dass jeder Bürger eine Krankenversicherung haben sollte", sagte er der "Bild am Sonntag".

Bahr beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Gesundheitspolitik. Vor dem Ministeramt war der ehemalige NRW-Landesvorsitzende der Liberalen parlamentarischer Staatssekretär im Gesundheitsministerium und gesundheitspolitischer Sprecher der FDP. Zuvor hatte Bahr im westfälischen Münster, wo er auch seinen Wahlkreis hatte, nach dem Volkswirtschaftsstudium einen Master mit gesundheitsökonomischem Schwerpunkt gemacht.

Nach Ex-Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der für seinen neuen Job beim Welthandelsforum in die Schweiz zog, ist Bahr bereits der zweite FDP-Politiker, der Deutschland den Rücken kehrt. Sein Abschied ist allerdings nur vorübergehend – im Juli will er gemeinsam mit seiner Frau Judy und Tochter Carlotta nach Deutschland zurückkehren. Vorher freut sich der begeisterte Marathon-Läufer aber erst mal auf "viele neue Eindrücke" – und die Teilnahme am Boston-Marathon.

(RP)