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Corona-Krise: Weltärzte-Chef warnt vor indischer Virusvariante

Mögliche Gefahr durch Mutationen : Weltärzte-Chef warnt vor indischer Virusvariante

Eine Corona-Mutation aus Indien kommt vereinzelt in Deutschland vor. Weltärztepräsidenten Montgomery pocht auf Einschränkungen der Mobilität und harte Lockdown-Maßnahmen. Auch die Bundesregierung hat die Verbreitung im Blick.

Deutsche Behörden und Gesundheitsexperten wollen mit besonderer Vorsicht eine in Indien vorkommende Variante des Corona-Virus beobachten. Erste Fälle aus Deutschland sind dem zuständigen Robert-Koch-Institut (RKI) bereits gemeldet worden, eine erhöhte Gefahr geht bislang jedoch von der Mutation nicht aus, heißt es. „Die indische Mutationsvariante des Virus, die besonders ansteckend und besonders gefährlich sein soll, führt uns deutlich vor Augen wie wichtig internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Maßnahmen und Einschränkungen der Mobilität sind“, sagte der Präsident des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, unserer Redaktion.

Am Freitag sagte der Vizepräsident des RKI, Lars Schaade, es sei denkbar, „dass uns die Variante vor neue Herausforderungen stellt“. Aber die Belege seien noch nicht da. „Wir müssen da hinschauen, Warnungen müssen ernst genommen werden.“ Es gehe auch darum, die weitere Einschleppung der Variante nach Deutschland zu vermeiden. Die Zahl der bisherigen Nachweise liegt bei 21, wie das RKI bereits in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht geschrieben hatte. „Wir sehen im Moment noch keine Tendenz zur großen Verbreitung innerhalb von Deutschland. Aber wir haben das im Blick“, betonte Schaade. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, bei „entsprechender Erkenntnislage“ seien Maßnahmen wie die Einstufung Indiens und möglicherweise anderer Länder als Virusvariantengebiet nicht ausgeschlossen. Er verwies auch auf die engen Bande zwischen Indien und Großbritannien.

Montgomery pochte auf strikte und einheitliche Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen. „Nur wo Infektionen ablaufen, können auch Mutationen stattfinden. Deswegen ist das deutsche Infektionsschutzgesetz richtig. Deswegen brauchen wir Kontaktbeschränkungen und ein konsequentes, einheitliches Vorgehen“, sagte Montgomery. Verhinderung von Mobilität sei das Schlüsselwort zur Pandemieeingrenzung.

(jd/dpa)