Persönlich: Christine Haderthauer . . . ist in umstrittene Geschäfte verstrickt

Persönlich : Christine Haderthauer . . . ist in umstrittene Geschäfte verstrickt

Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) hatte für ihren Job einst ein neues Wort erfunden: "Wohlfühlgefühl". So beschrieb die Ingolstädter Rechtsanwältin ihr Wirken in der Politik. Mit dem Wohlfühlgefühl dürfte es fürs Erste vorbei sein. Die 50-Jährige soll in der dubiosen Firma ihres Ehegatten eine aktive Rolle spielen. Dokumente, die dem "Spiegel" vorliegen, belegen, dass Haderthauer nicht nur seit 1990 Gesellschafterin, sondern auch Mitgeschäftsführerin der Modellbaufirma Sapor war. Mit dieser Firma wollte ihr Mann Hubert, früher Arzt im Bezirksklinikum Ansbach, hochwertige Modellautos zu Geld machen, die psychisch kranke Straftäter unter Anleitung eines Dreifachmörders in der Klinikwerkstatt gebaut hatten. Christine Haderthauer soll über Jahre in das umstrittene Geschäft eingeweiht gewesen sein – allerdings vor ihrer Zeit als Ministerin, wie sie selbst betont.

Die in Norddeutschland geborene Haderthauer sitzt erst seit 2003 im bayerischen Landtag. 2007 wurde sie als erste Frau CSU-Generalsekretärin – verlor den Posten im Strudel des CSU-Wahlfiaskos nur ein Jahr später aber wieder. Haderthauer verkörpert alle Eigenschaften einer christsozialen Karrierefrau: katholisch, verheiratet, zweifache Mutter und erfolgreich im Beruf. Und sie spricht jüngere Wähler, Frauen und Stadtbewohner an – Wählerschichten, auf die die CSU dringend angewiesen ist.

In ihrer ersten Stellungnahme zu der Affäre heißt es: "Die Geschäfte hat mein Mann geführt." Tatsächlich soll Haderthauer aber auch in ihrer Ministerzeit mit der Firma befasst gewesen sein. Von Widerständen will sich die Sozialministerin nicht einschüchtern lassen: "Ich würde mich durchaus als unerschrocken bezeichnen", sagte sie vor Kurzem. Ob die Modellauto-Affäre für sie ein Ende mit Schrecken wird, bleibt dennoch abzuwarten.

Jasmin Maus

(RP)