China fordert Waffenruhe in Syrien

China fordert Waffenruhe in Syrien

Damaskus/Peking China hat gestern einen Vorschlag für ein Ende der Gewalt in Syrien vorgelegt. In einer vom chinesischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung werden ein Waffenstillstand in Syrien und Gespräche zwischen dem Regime von Präsident Baschar al Assad und der Opposition unter Vermittlung der UN und der Arabischen Liga gefordert. Zudem müsse Hilfsorganisationen sofort der Zugang ins Land ermöglicht werden.

Eine Einmischung von außen mit dem Ziel eines Regierungswechsels in Damaskus wird allerdings weiter abgelehnt. Peking sprach sich auch gegen Sanktionen aus. Sie könnten nichts zu einer Lösung des Konflikts beitragen.

Von einem Massaker sprechen unterdessen westliche Journalisten, die in der Rebellenhochburg Homs waren. Nachdem die aufständische Stadt nach einem Monat Belagerung und Beschuss wieder in die Hände regimetreuer Truppen gefallen ist, hat die Armee eine Offensive gegen andere Rebellenhochburgen gestartet.

"Das ist kein Krieg, es ist ein Schlachthaus." So lautet das Fazit von Paul Conroy, einem britischen Fotografen, der in Homs fast sein Leben verlor und am Wochenende nach einer waghalsigen Rettungsaktion endlich heimkehren konnte. Conroy ist einer von wenigen westlichen Journalisten, die wirklich wissen, wie es in Homs nach rund 30 Tagen Belagerung durch regimetreue Truppen aussieht. Zwei Kollegen waren bei der gewagten Reise in den syrischen Bürgerkrieg ums Leben gekommen.

Das Stadtviertel Baba Amr, in dem sich die Rebellen konzentriert hatten, sei "14 Stunden täglich intensiv mit Artillerie beschossen worden, dabei gab es dort keine militärischen Ziele", berichtete Conroy. Ruhe herrschte nur in der Nacht und eine Stunde mittags, wenn die Soldaten wohl eine Pause einlegten. Kämpfer der Freien Syrische Armee, einem losen Zusammenschluss regimefeindlicher Deserteure, hätten "versucht, die Menschen mit Brot zu versorgen".

Es sei "ein wahlloses Massaker an Männer, Frauen und Kindern", sagte Conroy, sichtlich erschöpft, von seinem Krankenhausbett aus. Der erfahrene Pressefotograf verglich die Ereignisse in Syrien mit den Völkermorden in Srebrenica oder Ruanda. "Es ist noch nicht zu spät, aber jemand muss etwas tun."

(RP)
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