Berlin: CDU-Experte hinterfragt private Krankenkassen

Berlin : CDU-Experte hinterfragt private Krankenkassen

In der schwarz-gelben Koalition ist ein Streit um die Zukunft der privaten Krankenversicherung (PKV) entbrannt. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn stellte die Existenz der privaten Versicherungen infrage. "Dass nur Selbstständige, Beamte und Gutverdiener sich privat versichern können, lässt sich nur noch historisch begründen", sagte Spahn der "Welt". Diese Trennung sei nicht mehr zeitgemäß, man finde dafür "nicht einmal mehr auf einer CDU-Mitgliederversammlung eine Mehrheit".

Spahn schwebt ein Zusammenwachsen von privater und gesetzlicher Versicherung vor. Dabei will er eine "überzeugende Alternative" zur Bürgerversicherung von SPD und Grünen anbieten. Deren Bürgerversicherungsmodelle laufen auf eine faktische Abschaffung der Privatversicherung hinaus. Die CDU will die Pläne zur Neuordnung des Krankenversicherungssystems nach Ostern beraten.

CSU, FDP, Ärzteschaft und Versicherer kritisierten Spahns Vorstoß. "Aus meiner Sicht besteht kein Anlass zu einer Grundsatzdiskussion", sagte FDP-Gesundheitsexperte Heinz Lanfermann. Bei den Privatversicherten gebe es einen "sehr hohen Zufriedenheitsgrad".

Der Chef des PKV-Verbandes, Volker Leienbach, warf Spahn vor, mit seinem Vorstoß "politisch fahrlässig" zu handeln. Etwa jeder zehnte Bundesbürger hat eine private Krankenversicherung.

(RP)