CDU debattiert neues Schulmodell für NRW

CDU debattiert neues Schulmodell für NRW

Die nordrhein-westfälische CDU bewegt sich in der Schulpolitik – sie muss es auch. Der Bevölkerungsrückgang macht sich vor allem in den ländlichen Regionen bemerkbar. Doch auch in den Städten nimmt die Zahl der Schüler, insbesondere an den Hauptschulen, rapide ab. Deshalb ist die Union entschlossen, die bislang eher gemiedene Schulstruktur-Debatte in Angriff zu nehmen. In acht Regionalkonferenzen sollen in den nächsten Wochen kommunale Fachpolitiker der CDU über die Schulpolitik der Zukunft diskutieren. Gestern Abend war Auftakt in Aachen.

Dabei wurde die Befürchtung geäußert, dass das Lernniveau sinkt, wenn Haupt- und Realschulen zusammengelegt werden. Andere setzen darauf, dass zurückgehende Schülerzahlen die Chance zur Bildung deutlich kleinerer Klassen bieten. "Hört auf, an unseren Kindern herumzudoktern, und gebt uns kleinere Klassen", so eine Zuhörerin. Eine Frau aus Hückelhoven forderte, mehr zur Förderung von Kindern aus "bildungsfernen Familien" zu tun: "Nirgendwo kommt man auf Dauer an diesem Problem vorbei."

CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann sprach sich zwar für den Erhalt der Schulvielfalt aus, doch "vom Ende her gedacht kann ich mir gut vorstellen, dass wir ein Schulsystem mit zwei tragenden Säulen haben werden". Das bedeutet: Neben dem Gymnasium, das für die Union unantastbar ist, sollen die Realschulen den Kern der zweiten "Säule" bilden. Laumann betonte, dass überall da, wo es gut funktionierende Hauptschulen gebe, diese auch fortbestehen müssten. Sie sollten nicht gezwungen werden, sich umzuwandeln.

Umstritten ist auch: Soll es künftig ein verbindliches Lernjahr vor dem Besuch der Grundschule geben? Der Schulexperte der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Kaiser, ist dafür: "Früheres gemeinsames Lernen ist besser als längeres gemeinsames Lernen." Dabei spiele es keine Rolle, ob dies im Kindergarten oder in der Grundschule erfolgt.

Am 17. November findet in Düsseldorf die nächste Regionalkonferenz statt. Im Dezember sollen die Diskussionen abgeschlossen sein. Für den 18. Dezember ist ein Fachkongress geplant. Im Frühjahr 2011 will sich die CDU auf einem Landesparteitag auf ein neues Schulkonzept verständigen. Es soll sich deutlich von den Reformplänen der rot-grünen Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) abheben. "Wir wollen wollen auf keinen Fall die Einheitsschule von Frau Kraft", so Laumann.

(Rheinische Post)
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