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Polizei räumte Straße ins Zwischenlager: Castor-Transport in Gorleben eingetroffen

Polizei räumte Straße ins Zwischenlager : Castor-Transport in Gorleben eingetroffen

Gorleben (rpo). Der Castorzug aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich ist um 7.22 Uhr im Zwischenlager Gorleben eingetroffen. Zuvor hatte die Polizei in der Nacht eine Straßenblockade von 1000 Demonstranten geräumt.

Viele der Kernkraftgegner wurden von der Straße getragen. Am frühen Donnerstagmorgen hatten hunderte Atomkraftgegner die Transportroute besetzt.

Demonstranten, die sich nicht freiwillig entfernten, wurden von Polizisten auf ein nahe gelegenes Feld getragen und dort bewacht. Die Beamten nahmen ihre Personalien auf. An der Aktion beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 800 Menschen. Die Anti-Atom-Kampagne "X-tausendmal quer" sprach zunächst von 2000 Teilnehmern, korrigierte diese Schätzung dann aber auf 1200. Beim Castor-Transport vor einem Jahr hatte es an derselben Stelle in der Nacht vor dem Straßentransport ebenfalls eine Sitzblockade gegeben. Diese hatte die Polizei erst kurz vor der Abfahrt der Behälter, als die Demonstranten durchgefroren und müde waren, aufgelöst.

Unterdessen wurden in der Verladestation Dannenberg die Castor- Behälter aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague von Bahnwaggons auf Tieflader umgesetzt. Außerdem wurden umfangreiche Strahlenmessungen vorgenommen. Die Lastwagen sollen im Laufe des Donnerstags die rund 20 Kilometer bis ins Zwischenlager Gorleben zurücklegen.

Nach dem Start des Atommüll-Zuges in Frankreich am Montagabend war es Demonstranten mehrfach gelungen, ihn aufzuhalten. Am Mittwoch hatten sich Demonstranten in verschiedenen Orten Niedersachsens, die der Zug durchfuhr, an die Gleise gekettet. Nahe Lüneburg musste ein ICE einen Nothalt einlegen, weil Atomkraftgegner sich auf den Schienen aufhielten. Zudem gab es zahlreiche kleinere friedliche Protestaktionen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) äußerte Verständnis für Demonstrationen gegen den Castor-Transport. "Die Menschen wehren sich mit Recht dagegen, dass es durch die Zwischenlagerung zu einer Vorfestlegung auf Gorleben als Endlager kommt", sagte er der "Financial Times Deutschland" (Donnerstag). An den Transporten nach Gorleben führe aber kein Weg vorbei. Für Abfälle aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und England müsse Deutschland die Verantwortung übernehmen.

(RPO Archiv)