Persönlich: Carsten Linnemann wird Chef des CDU-Mittelstands

Persönlich: Carsten Linnemann wird Chef des CDU-Mittelstands

Carsten Linnemann, der erst 36 Jahre alte CDU-Bundestagsabgeordnete aus Paderborn, hat die Gunst der Stunde erkannt. Und die Chance ergriffen, den Posten des Bundesvorsitzenden der mächtigen Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) zu erobern. Mit 71,7 Prozent der Stimmen auf der Bundesdelegiertenversammlung wurde der promovierte Volkswirt gestern in Braunschweig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt dem bisherigen MIT-Vorsitzenden Josef Schlarmann, der aus Altersgründen ausschied. Linnemann setzte sich klar gegen den früheren Grünen-Politiker Oswald Metzger durch.

Linnemann gilt als Hoffnungsträger des Wirtschaftsflügels der Unionsfraktion, in der einflussreiche Wirtschaftsexperten wie einst Friedrich Merz rar geworden sind. Der Newcomer ist kein Lautsprecher wie Metzger, aber durchaus meinungsstark: In der Union bekämpft er alle, die beim Thema Vermeidung von Steuererhöhungen weich werden wollen. 2012 wetterte er gegen die von Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) geplante Lebensleistungsrente für Geringverdiener. In der Euro-Krise vertrat Linnemann mitunter auch kritikwürdige Positionen. So stimmte er 2011 gegen die Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM sowie gegen die Spanien- und Griechenland-Hilfen.

In der Mittelstandsvereinigung, dem mit 40 000 Mitgliedern und Sympathisanten nach eigenen Angaben "stärksten mittelständischen Verband in Deutschland", war der Westfale schon länger kein Unbekannter. Linnemann, der selbst aus einer Mittelständler-Familie stammt, war seit 2010 im NRW-Landesvorstand der MIT. Seine gute Vernetzung im Bundestag ist ein Grund dafür, dass sich die Delegierten für ihn und nicht für Metzger entschieden, der den Einzug ins Parlament auch nach drei Anläufen nicht geschafft hat. Sein CDU-Mandat im Wahlkreis Paderborn gewann Linnemann zudem am 22. September mit starken 59,1 Prozent.

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Birgit Marschall

(mar)
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