Privileg der Ex-First Lady: Carla Bruni fliegt auf Staatskosten First Class

Privileg der Ex-First Lady: Carla Bruni fliegt auf Staatskosten First Class

Die Privilegien der ehemaligen Präsidentenpaare erregen den Zorn der Bürger, nicht zuletzt weil der Staat massiv sparen will und muss. Zuletzt flug die ehemalige First Lady Carla Bruni First Class über den Atlantik.

Ganz Frankreich spart. Im Dienste der Haushaltssanierung müssen alle Franzosen den Gürtel enger schnallen. Alle Franzosen? Nicht ganz. Manche Bürger sind noch immer bessergestellt als andere. Aktuelle und ehemalige Staatspräsidenten beispielsweise und deren Gattinnen. Um deren Privilegien ist nun eine heftige Debatte ausgebrochen.

Auslöser: Ein First-Class-Flug von Frankreichs früherer Première Dame Carla Bruni-Sarkozy. So reiste die Sängerin jüngst gratis von Paris nach New York und zurück. Ein Air-France-Ticket in der Luxus-Klasse kostet zwischen 8395 und 11 000 Euro. Als Ehefrau von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy stehen Bruni allerdings unbegrenzte Freiflüge in der besten Klasse zu.

Flüge und Züge sind für ehemalige Präsidentenfamilien frei

In Frankreich hat es Tradition, dass Altpräsidenten und deren Familien auf Lebenszeit kostenlos an Bord der blau-weiß-roten Airline durch die Welt jetten dürfen. Das gleiche gilt für Fahrten mit der Staatsbahn SNCF. Gegen diese Privilegien laufen nun die Fluggewerkschaften Sturm.

Die Führung von Air France glaube wohl noch immer, dass das Unternehmen "ihr Privateigentum" sei, schimpft Léon Crémieux, einer der Verantwortlichen von der Gewerkschaft Sud Aérien. "Wir leben heute nicht mehr in einer Monarchie." Die Vergünstigungen müssten vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Haushaltskrise und dem aktuellen Sanierungsplan bei Air France abgeschafft werden, fordert der Gewerkschaftsbund CGT.

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Dorn im Auge der Sozialisten

Neben Gratis-Reisen genießen frühere Staatspräsidenten und deren Familien weitere Privilegien. Sie bekommen zum Beispiel eine Dienstwohnung mitsamt Büro und Personal gestellt — zwei Hausangestellte, Chauffeure, Sekretäre und Leibwächter. Und natürlich eine Rente auf Lebenszeit in Höhe von 63.000 Euro im Jahr — steuerfrei, versteht sich. Der Sozialist René Dosière schätzt die Kosten sämtlicher Privilegien für Staat und Steuerzahler auf 1,5 bis zwei Millionen Euro pro Jahr.

"Diese Privilegien haben überhaupt keine Berechtigung", schreibt das Politik-Magazin "Le Nouvel Observateur" und spricht von einer "unerträglichen" Situation, da die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffne.

Eigentlich hatte Sarkozys Nachfolger im Präsidentenamt, der Sozialist François Hollande, vor seiner Wahl zugesagt, mit den "Bling-Bling"-Zeiten aufzuräumen. Auf eine Umsetzung dieses Versprechens warten die Franzosen indes noch immer.

(RP)
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