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Berlin: Bundeswehr-Soldat stirbt bei Anschlag nahe Kundus

Berlin : Bundeswehr-Soldat stirbt bei Anschlag nahe Kundus

Bei einem Sprengstoffanschlag in Afghanistan ist gestern ein deutscher Soldat getötet worden. Ein weiterer wurde bei dem Angriff ebenso wie ein afghanischer Übersetzer leicht verletzt. Generalinspekteur Volker Wieker sagte, drei gepanzerte Bundeswehrfahrzeuge seien bei dem Anschlag betroffen gewesen. Man gehe davon aus, dass es zwei Sprengkörper gegeben habe. Die Verletzten seien zur medizinischen Versorgung ins Rettungszentrum Kundus gebracht worden. Die Angehörigen seien inzwischen informiert. Nach Angaben von Wieker waren die Soldaten auf einem Routineeinsatz unterwegs.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich erschüttert: "Dieser Anschlag berührt uns alle. Er trifft uns alle ins Herz", sagte de Maizière. Die Attacke habe einen jungen Mann "buchstäblich aus dem Leben gerissen". Der Angriff erinnere zudem "mit brutaler Klarheit" daran, dass es bei dem Bundeswehreinsatz keinen 100-prozentigen Schutz geben könne. Nähere Angaben wollte der Minister aus Rücksicht auf Verwandte und Freunde des Getöteten nicht machen. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes vor fast zehn Jahren sind damit insgesamt 49 Bundeswehrsoldaten am Hindukusch ums Leben gekommen. Zuletzt war Mitte Februar eine Attacke auf die Bundeswehr für die Deutschen tödlich verlaufen. Damals hatte in der nordafghanischen Provinz Baghlan ein afghanischer Soldat in einem Außenposten bei Pol-e Khomri gezielt auf die Soldaten geschossen.

Der Bundeswehrverband erklärte, der jüngste tragische Vorfall mache deutlich, dass der Beruf des Soldaten mit keinem anderen zu vergleichen sei. "Tod und Verwundung sind die ständigen Begleiter", sagte Verbandschef Ulrich Kirsch. Der Einsatz des eigenen Lebens sei Voraussetzung für die erfolgreiche Erfüllung der Aufträge.

(RP)