Bundestagswahl 2017 - Abwärtstrend bei der Wahlbeteiligung gebrochen

Berlin: Abwärtstrend bei der Wahlbeteiligung gebrochen

Deutschlands Wähler kehren an die Stimm-Urnen zurück. Nach den jüngsten Landtagswahlen zeigt auch die Wahl zum Bundestag: Der jahrelange Abwärtstrend bei der Wahlbeteiligung ist offenbar gebrochen. Sie lag gestern bei 75 bis 76,5 Prozent, 2013 hatten nur 71,5 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.

Bis in die 1980er Jahre hinein war eine Beteiligung von mehr als 85 Prozent im Bund und über 75 Prozent in den Ländern noch die Regel. Mit der ersten gesamtdeutschen Wahl 1990 ging die Quote dann deutlich zurück und sank im Bund mit 70,8 Prozent 2009 auf einen historischen Tiefstand. Auch bei den meisten Landtagswahlen war jahrelang ein rückläufiger Trend festzustellen.

Mit der Beteiligung aufwärts ging es Wahlforschern zufolge meist immer dort, wo die AfD erstmals zur Wahl stand. Laut Infratest Dimap konnte die Partei schon mehrfach viele ehemalige Nichtwähler für sich mobilisieren. Experten gehen aber auch davon aus, dass das Erstarken der Rechtspopulisten wieder mehr Anhänger traditioneller Parteien in die Wahllokale zieht.

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Auch in NRW ist die Wahlbeteiligung laut einer WDR-Hochrechnung auf 75,5 Prozent gestiegen. Bei der Bundestagswahl 2013 waren es 72,5 Prozent gewesen. Wegen reger Beteiligung mussten in Köln und Mönchengladbach teils Wahlzettel nachgeliefert werden - unter anderem mit dem Taxi. Im bevölkerungsstärksten Land waren 13,1 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen.

(dpa)
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