Neues Sparpaket droht: Bundesbürger müssen Gürtel enger schnallen

Neues Sparpaket droht : Bundesbürger müssen Gürtel enger schnallen

Berlin (rpo). Den Bundesbürgern droht ein neues Sparpaket - wieder einmal. Denn bei der neuen Steuerschätzung werden neue desaströse Zahlen zu Tage kommen. Experten rechnen mit einer Haushaltslücke von 20 Milliarden Euro.

Grüne und FDP fordern angesichts der prekären Haushaltslage einen verstärkten Abbau von Subventionen. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hat eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt und plant neue Sozialeinschnitte. Für das laufende Jahr gehen Politiker von einer Haushaltslücke beim Bund von bis zu 20 Milliarden Euro aus.

Die "Berliner Zeitung" (Donnerstag) berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, in der Planung für den Bundeshaushalt 2004 klaffe ein Loch von 16 Milliarden Euro. Der Wirtschaftsexperte der Grünen im Bundestag, Fritz Kuhn, betonte in der Zeitung, die Subventionsliste des Bundes müsste ohne Tabus durchgegangen werden. Er nannte die Eigenheimzulage, Agrar- und Kohlesubventionen und schloss auch eine Kürzung der Steuererleichterung für Nacht- und Sonntagsarbeit nicht aus.

Eichel sagte der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstag), 2004 sei es absolut zwingend, einen "verfassungsgemäßen Haushalt" aufzustellen und die europäische Verschuldungsgrenze einzuhalten. Dabei denke er auch an Sozialeinschnitte, unter anderem bei der Rente. Für 2003 erwartet der Minister eine Neuverschuldung des Bundes von mehr als 30 Milliarden Euro. Fachleute der Koalition gehen nach dpa-Informationen inzwischen von knapp 40 Milliarden Euro aus. Damit liegt der Haushalt weit über der von den geplanten 26,7 Milliarden Investitionen gezogenen Verfassungsgrenze.

Der stellvertretende FDP-Fraktionschef im Bundestag, Carl-Ludwig Thiele, forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) zur Sanierung der Finanzen eine drastische Kürzung der Ausgaben von Staat und Sozialversicherungen. So müssten alle Steinkohle-Subventionen "innerhalb weniger Jahre ganz gestrichen, alle anderen Subventionen schnellstmöglich pauschal um zehn Prozent gesenkt werden". Thiele sprach von "einem doppelten Versagen" der Bundesregierung und meinte: "Als Ausweg bleiben nur noch Neuwahlen."

Bund, Länder und Gemeinden müssen noch mit weit größeren Steuerausfällen rechnen als nach letzten Vorberechnungen des Bundesfinanzministeriums zu erwarten. Das war am Mittwoch aus der laufenden amtlichen Steuerschätzung in Lübbenau bekannt geworden. Heute (Donnerstag) wollen die Steuerexperten ihre Schätzzahlen auf den Tisch legen.

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