Berlin: Brüderle will Pakt für Frauen

Berlin: Brüderle will Pakt für Frauen

Der Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), nach dem Vorbild des Ausbildungspakts einen "Pakt für Frauen" zwischen Politik und Wirtschaft zu vereinbaren, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen, stößt auf Zustimmung in der CDU.

"Warum sollen wir das nicht machen?", sagte Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs. Der Ausbildungspakt habe sich bewährt. Der Wirtschaftsminister renne offene Türen bei ihr ein, erklärte auch Frauenministerin Kristina Schröder (CDU). Sie habe mit Brüderle im März die Vorstände großer Unternehmen eingeladen, um einen Pakt für Frauen zu vereinbaren. Schröder betonte aber, die Regierung müsse jetzt "den Grad der Verbindlichkeit" erhöhen.

Brüderle hatte im Interview mit unserer Zeitung eine freiwillige Vereinbarung zwischen Politik und Wirtschaft angeregt, um der gesetzlich festgelegten Frauenquoten, wie sie Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vorgeschlagen hat, zu entgehen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Mittwoch deutlich gegen eine feste Quote ausgesprochen. Im März soll es nun erste Details geben, wie die freiwillige Vereinbarung aussehen könnte.

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Die Opposition kritisierte die Absage an die gesetzliche Vereinbarung massiv. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft griff Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt an. Die Absage von Kanzlerin Merkel an ein Gesetz für mehr weibliche Führungskräfte sei ein "Armutszeugnis und eine bittere Enttäuschung für viele Frauen", sagte die SPD-Politikerin der "Bild"-Zeitung. Das Konzept, auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft zu setzen, sei komplett gescheitert, so Kraft.

(RP)
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