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Botschaftsgebäude in Flammen

Botschaftsgebäude in Flammen

Tripolis (RP) In der libyschen Hauptstadt Tripolis hat eine aufgebrachte Menschenmenge mehrere Landesvertretungen und ein Büro der Vereinten Nationen angegriffen. Auslöser war die Erklärung des libyschen Regierungssprechers Mussa Ibrahim, wonach mehrere Familienmitglieder des Clans von Machthaber Muammar al Gaddafi bei einem Nato-Bombardement getötet wurden. Augenzeugenberichten zufolge stand die italienische Botschaft in Flammen. "Ich sehe immer noch Rauch aufsteigen", sagte ein Augenzeuge. Sicherheitskräfte hielten Menschen davon ab, näherzukommen. Das italienische Außenministerium bestätigte, die Botschaft sei Ziel eines vandalistischen Angriffs geworden.

Die britische Regierung ging Berichten nach, ihre Räumlichkeiten in Tripolis seien ebenfalls von einer Menschenmenge zerstört worden. "Wir glauben, dass auch andere ausländische Residenzen angegriffen worden sind", sagte eine Sprecherin des britischen Außenministeriums. Als Konsequenz verwies Großbritannien den libyschen Botschafter des Landes. Außenminister William Hague teilte mit, die Angriffe in Tripolis hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. Der Botschafter habe 24 Stunden, um das Land zu verlassen. Großbritannien und Italien nehmen an den Nato-Angriffen gegen Gaddafi teil.

Unterdessen konnten Schiffe mit Hilfslieferungen nicht in der umkämpften Stadt Misrata anlegen, weil die Nato immer noch dabei ist, die dort von Gaddafi-Truppen deponierten Seeminen zu entfernen. Zwei Minen wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch von dem Militärbündnis zerstört. Es werde aber noch dauern, bis die übrigen Minen entfernt seien. Misrata ist auf Hilfslieferungen über den Seeweg angewiesen. Gaddafi-Truppen hatten am Wochenende auch den Hafen unter Beschuss genommen.

(RP)