Mindestens 16 Tote: Bombenexplosion in Bus in Haifa

Mindestens 16 Tote : Bombenexplosion in Bus in Haifa

Tel Aviv (rpo). Ein Selbstmordattentat in einem Linienbus in der israelischen Stadt Haifa hat mindestens 16 Tote gefordert. Es war der folgenschwerste Anschlag mutmaßlich palästinensischer Extremisten seit zwei Monaten.

40 Reisende wurden nach Angaben des israelischen Fernsehens verletzt, sieben Opfer wurden in kritischem Zustand in Krankenhäuser der Umgebung gebracht. Bei den meisten Opfern handelte es um Studenten.

Keine der palästinensischen Extremistengruppen bekannte sich zunächst zu der Tat. Die israelische Regierung machte die Palästinensische Autonomiebehörde für die Tat verantwortlich. Der UN- Gesandte für den Nahen Osten, Roed Terje-Larsen, verurteilte den Anschlag als einen "zynischen Akt kaltblütigen Mordes".

Der erste Anschlag Terroranschlag in Israel seit genau zwei Monaten ereignete sich gegen 13.15 Uhr (MEZ) auf einer Hauptverbindungsstraße der Stadt. Durch die Wucht der Detonation im hinteren Teil des Busses wurden das Dach und fast die gesamte rechte Seite des Fahrzeugs abgerissen. Mehrere Menschen wurden aus dem Bus geschleudert. Verstümmelte Leichen lagen auf der Straße. Die Polizei ging davon aus, dass der oder die Attentäter mindestens 50 Kilogramm Sprengstoff bei sich hatten.

Polizeifahrzeuge und Krankenwagen rasten unmittelbar nach der Explosion zum Ort des Geschehens. "Die Szene ist grauenvoll. Überall ist verbogenes Metall, es ist ein schrecklicher Anblick", sagte ein Augenzeuge kurz nach der gewaltigen Explosion im Rundfunk. "Die Mitte des Daches wurde in die Luft gerissen. (...) Unmittelbar danach begannen Helfer mit der Bergung von Menschen", berichtete ein Augenzeuge. "Ich sah, wie Menschen verbrannten."

Der ebenfalls verletzte Fahrer des Busses, der israelische Araber Marwan Damuni, sagte später aus, die Explosion habe sich ereignet, als er Reisende an einer Haltstelle aussteigen ließ. "Ich hörte plötzlich eine Explosion. Ich versuchte mich zu bewegen, weil ich Verletzten helfen wollte. Wegen der Gewalt der Explosion konnte ich nichts mehr hören", sagte er später im Krankenhaus.

Der Anschlag ereignete sich auf den Tag genau zwei Monate nach dem Selbstmordanschlag von Tel Aviv, bei dem zwei palästinensische Attentäter 23 Menschen mit sich in den Tod gerissen hatten. Der Sprecher der militanten palästinensischen Hamas-Organisation in Gaza, Abdel Asis Rantisi, lobte den Anschlag am Mittwoch. Die Tat sei "Teil unseres strategischen Kampfes gegen die israelische Besatzung und den Terrorismus Israels", hieß es in einer Erklärung.

Mehrere palästinensische Sprecher, darunter die Abgeordnete Hanan Aschrawi, warfen Israel vor, den Anschlag durch die blutigen Operationen der Armee im Gazastreifen in den vergangenen Monaten provoziert zu haben. Allein seit Anfang Februar wurden dabei 95 Palästinenser getötet, darunter etwa 30 unbeteiligte Zivilisten, Kinder und schwangere Frauen. Palästinensische Extremisten hatten daraufhin Vergeltung angekündigt.

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