Telekom brechen ein: Börse beendet lustlosen Handel

Telekom brechen ein : Börse beendet lustlosen Handel

Frankfurt/Main (dpa). Die Frankfurter Börse hat am Dienstag nach einem lustlosen Handel kaum verändert geschlossen. Anleger hielten sich zurück. Auch die lang erwartete Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan gab dem Markt keine deutlichen Impulse.

Der Deutsche Aktienindex DAX verlor 0,11 Prozent auf 6557,93 Zähler. Am Neuen Markt fiel der NEMAX 50 um 0,21 Prozent auf 2495,24 Punkte. Der MDAX, der die 70 größten Nebenwerte umfasst, kletterte um 0,12 Prozent auf 4843,54 Zähler.

Die Umsätze seien überwiegend sehr dünn gewesen, sagte Wolfgang Kuhl von der BFG Bank. Die Marktteilnehmer warteten bis zum Nachmittag auf die Rede Greenspans zur Geldpolitik und der Lage der Wirtschaft. Greenspan habe versucht, die Lage der US-Wirtschaft besser darzustellen, als sie sich bisher präsentiert habe, kommentierte Folker Hellmeyer von der Helaba die Rede des Währungshüters.

Deutlich ins Rutschen kamen die Papiere der Deutschen Telekom. Die Aktie unterschritt ihr 52-Wochen-Tief von 31,00 Euro und schloss 4,77 Prozent leichter bei 30,54 Euro. Händler sahen als Grund das schwache Börsendebüt der Mobilfunk-Aktie Orange in Paris und London. Ein Händler der Vereins- und Westbank erklärte, der verringerte Ausgabepreis der Orange-Aktie schüre nun unter den Anlegern Furcht vor ähnlichen Problemen beim Börsengang der Deutschen Telekom-Tochter T-Mobil. Papiere von Orange, der Mobilfunktochter von France Télécom, beendeten am Dienstag in Paris den ersten Börsentag unter dem Ausgabepreis.

Nach einer langen Durststrecke hatten die Aktionäre der DaimlerChrysler-Aktie dagegen wieder Grund zur Freude: Der Titel legte um 3,60 Prozent auf 54,70 Euro zu und führte damit die Liste der Kursgewinner an. Der Kurs der Linde-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Unternehmenszahlen um 0,55 Prozent auf 55,28 Euro. Die Zahlen hätten den Aktienhandel nicht überrascht, sagte Stefan Hentschel vom Bankhaus Lampe.

Mit Kursgewinnen reagierte das Papier des Düsseldorfer Energiekonzerns E.ON auf das vorgelegte Betriebsergebnis für das vergangene Jahr. Die Aktie verteuerte sich um 1,67 Prozent auf 58,00 Euro.

Unter den Verlierern am Neuen Markt fand sich Index-Schwergewicht Mobilcom. Die Aktie fiel um 6,51 Prozent auf 28,00 Euro. Das Telekommunikationsunternehmen hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar einen Rekordumsatz erreicht, das Konzernergebnis fiel dennoch negativ aus.

Die im EuroSTOXX 50 zusammengefassten europäischen Standardwerte stiegen um 0,03 Prozent auf 4629,67 Zähler. Auch der Dow Jones notierte am Abend nahezu unverändert, während die US-Computerbörse NASDAQ etwas zulegen konnte. Die Aktien in London und Paris rutschten ins Minus.

Der Euro sank unter 92 US-Cent und wurde am Abend mit 0,9187 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,9275 (Montag: 0,9288) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,1087 (2,1058) DM.

Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen fiel um 0,2 Prozent auf 109,09 Zähler. Der Rentenindex REX kletterte um 0,1 Prozent auf 112,97 Punkte. Die Deutsche Bundesbank setzte am Mittag die Umlaufrendite erneut mit 4,73 Prozent fest.

(RPO Archiv)
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