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Persönlich: Bodo Löttgen . . . war früher Bodyguard

Persönlich : Bodo Löttgen . . . war früher Bodyguard

Seit drei Jahren ist Bodo Löttgen Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU. In die Schlagzeilen gerät der "General", wenn er den politischen Gegner attackiert. Was weniger bekannt sein dürfte: Der 56-Jährige aus Elsenroth (Oberbergischer Kreis) ist ausgebildeter Polizist. Bis zu seinem Wechsel in die Politik war er von 1984 an beim Bundeskriminalamt (BKA) tätig, davon viele Jahre als Personenschützer (Bodyguard). Er war damals, wie er sagt, "bei vielen Ministern und Ministerinnen des Kabinetts Kohl im Einsatz". Insbesondere hat er auf die Sicherheit der Bundesminister Gerhard Stoltenberg (CDU) sowie Jürgen Möllemann und Günter Rexrodt (beide FDP) achtgeben müssen. Einzelheiten darf Löttgen, der vom BKA beurlaubt wurde, nicht nennen - es gilt auch für ihn die Schweigepflicht.

Und wie beurteilt er das Messerattentat auf die parteilose Sozialdezernentin Henriette Reker, die im Wahlkampf von CDU, Grünen und FDP unterstützt wurde? Einen absoluten Schutz gebe es nicht, betont Löttgen. Wohl aber könnten Bodyguards die Angriffsphase auf die "kürzestmögliche Zeit" begrenzen.

Menschen, die Opfer eines Anschlags geworden sind, verarbeiteten ihre Erlebnisse unterschiedlich, weiß Löttgen: "Bei den einen hinterlässt das tiefe Spuren, bei anderen weniger tiefe." Er hoffe jedenfalls, dass sich Reker rasch erholt. Es sei aber weder möglich noch wünschenswert, jeden Politiker mit Personenschützern zu umgeben. In einer wehrhaften Demokratie müsse es möglich bleiben, ohne Angst seine Meinung zu vertreten.

Seine berufliche Vergangenheit kann Löttgen, der von 2005 bis 2012 dem Landtag angehörte, aber nicht abstreifen. Auf öffentlichen Veranstaltungen lässt er wie früher seine Blicke über die Menge schweifen. Dabei ist sich Löttgen darüber im Klaren, dass er mangels ausreichenden Trainings "nicht mehr das leisten kann, was ich noch vor 25 Jahren konnte".

(RP)