Premier von der Richtigkeit seiner Politik überzeugt: Blair bekräftigt unnachgiebige Haltung im Kurs gegen Bagdad

Premier von der Richtigkeit seiner Politik überzeugt : Blair bekräftigt unnachgiebige Haltung im Kurs gegen Bagdad

London (rpo). Trotz jüngster Fortschritte beim Versuch, den Irak zu entwaffnen, hat der britische Premierminister Tony Blair seine harte Haltung gegenüber Saddam Hussein nochmals bekräftigt. Den Inspektionen mehr Zeit zu geben sei sinnlos, so Blair in einem Interview.

"Auch im Kosovo, in Sierra Leone und in Afghanistan haben Kriegsgegner vor einem Einsatz gewarnt. Aber die Geschichte hat mir Recht gegeben", sagte Blair. Er verglich in einem Interview der Zeitung "Guardian" (Samstagsausgabe) die Notwendigkeit eines Vorgehens gegen Saddam Hussein mit der Bedrohung durch das Nazi-Regime in den 30er Jahren und warf Anti- Kriegsdemonstranten vor, eine "zweideutige Botschaft" an den irakischen Staatschef Saddam Hussein zu senden.

Blair sagte, es sei "sinnlos", den Waffeninspekteuren mehr Zeit zu geben. Saddam Hussein habe jetzt eine allerletzte Chance zur Abrüstung. Er glaube aber nicht, dass der irakische Führer diese Chance nutzen werde. Blair räumte ein, dass ihm der weit verbreitete Widerstand in der Bevölkerung und in seiner eigenen Labour-Partei gegen einen Krieg "in politische Schwierigkeiten bringen könnte."

Aber er sei fest von der Richtigkeit seines Vorgehens überzeugt. "Am Ende müssen die Leute so abstimmen, wie sie es für richtig halten. Aber meine Aufgabe ist es, ihnen auch zu sagen, was ich fühle und warum ich davon überzeugt bin, dass meine Haltung richtig ist", sagte Blair. "Es wäre sehr, sehr gefährlich für unser Land und die ganze Welt, wenn ich den Gegnern meiner Position folgen würde."

Der britische Regierungschef erklärte, er sei nicht von US- Präsident George W. Bush in "diese Konfrontation hineingezogen worden." Er (Blair) habe Bush schon vor den Anschlägen des 11. September auf die Gefahren von Massenvernichtungswaffen hingewiesen. "Ich bin fest entschlossen, dieses Problem anzupacken, unabhängig von der Position der USA", sagte Blair.

Powell unterstützt Blairs Kurs von mehr Zeit

Auch die USA wollen nach den Worten von US-Außenminister Colin Powell den UN-Rüstungsinspektoren mehr Zeit geben und wollen auch nicht sofort über eine Resolution im Sicherheitsrat abstimmen lassen, die den Weg für ein militärisches Vorgehen ebnen würde. Russland begrüßte umgehend Powells Äußerungen; der stellvertretende russische Außenminister Juri Fedotow sagte, dies schaffe den verschiedenen Sicherheitsratsmitgliedern eine notwendige Atempause in dem Bemühen, "ihre Positionen zur Lösung des Irak-Konflikts anzunähern".

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