1. Politik

Montabaur: Bewegende Rede eines Germanwings-Piloten

Montabaur : Bewegende Rede eines Germanwings-Piloten

Während die Suche nach den Ursachen für den Tod von 150 Menschen bei dem Absturz einer Gemanwings-Maschine in den südfranzösischen Alpen andauert, muss der nationale und internationale Flugbetrieb weitergehen. In den Fliegern, die von Deutschland aus starten oder dort landen, herrscht vielerorts eine beklemmende Stimmung. Nun berührt die Schilderung über die Ansprache eines anderen Piloten der Airline viele Menschen. Denn der 48-Jährige, der zurzeit viel Lob einheimst, kommt aus demselben Ort wie der Todespilot Andreas L.

"Britta Englisch", Nutzerin im sozialen Netzwerk Facebook, teilte die Ansage des Flugkapitäns auf der Facebook-Seite von dessen Arbeitgeber Germanwings mit Hunderttausenden Lesern. Gegenüber unserer Redaktion bestätigte eine Sprecherin von Germanwings, dass es eine solche Rede gegeben habe.

Der Pilot habe vor dem Flugbeginn jeden Passagier persönlich begrüßt, berichtete die Nutzerin, und dann offengelegt, dass auch er und die anderen Crewmitglieder vom Absturz des Fluges 4U 9525 am Dienstag tief getroffen worden seien. Die Crewmitglieder hätten alle Familie, und sie würden alles daran setzen, diese Familien abends auch wiederzusehen. Was dann folgte, sei Applaus der Fluggäste gewesen. Mehr als 300 000 Facebook-Nutzer haben den Beitrag mittlerweile mit "Gefällt mir" markiert.

Der Pilot heißt Frank Woiton, ist Vater von zwei Kindern und in Montabaur auch als DJ bekannt. Gestern hat er wieder Hunderte Germanwings-Kunden sicher an ihr Ziel gebracht - wie an jedem anderen Arbeitstag. Auf seiner Facebook-Seite hat er die bewegende Aktion kommentiert: "Es erfüllt mich mit Freude, wenn ich in diesen traurigen Zeiten für alle Opfer und alle Angehörigen dieses unfassbaren Ereignisses, für meine Firma, für meine Berufssparte, etwas Gutes tun konnte. Aber auch für Montabaur."

Woiton absolvierte seine Pilotenausbildung bei der Marine, flog vor seinem Wechsel in die zivile Luftfahrt drei Einsätze in Krisengebieten und weiß, dass er auch unter schwierigen Bedingungen die Ruhe bewahren muss. Das hat er mit seiner Rede unter Beweis gestellt.

(ac/law/tf)