1. Politik

Persönlich: Bernd Riexinger ... pöbelt gegen Joachim Gauck

Persönlich : Bernd Riexinger ... pöbelt gegen Joachim Gauck

Der Chef der Linkspartei Bernd Riexinger (58) hat Bundespräsident Joachim Gauck scharf für dessen Rede zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kritisiert. Er wirft dem deutschen Staatsoberhaupt einen "präsidialen Fehlgriff" vor. "Es zeugt von wenig historischer Sensibilität, wenn ein deutsches Staatsoberhaupt am Jahrestag des Weltkriegsausbruchs Öl ins Feuer eines europäischen Konflikts gießt", sagte Riexinger "Handelsblatt Online".

Gauck hatte in seiner Rede am 1. September klar gegen das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine Stellung bezogen. "Wir werden Politik, Wirtschaft und Verteidigungsbereitschaft den neuen Umständen anpassen", sagte Gauck und betonte, territoriale Zugeständnisse würden den Appetit von Aggressoren oft nur vergrößern.

Die Rede Gaucks war für einen Bundespräsidenten ungewöhnlich deutlich. Doch der Linken-Chef, der dem Präsidenten mangelnde "historische Sensibilität" vorwirft, richtet seinen Blick einseitig auf die russische Perspektive. Er übersieht völlig, dass Polen und die Ukraine Opfer im Zweiten Weltkrieg waren und nun in Angst leben vor dem, was Russland als nächstes tun könnte. Nur aus dieser Perspektive kann die Rede Gaucks richtig verstanden werden. Historisch unsensibel wäre es, wenn man in der aktuellen Lage die Nöte der Ukraine und der osteuropäischen Staaten nicht ernst nähme.

Der aus Westdeutschland stammende ehemalige Gewerkschaftsfunktionär Riexinger gab sogar dem Bundespräsidenten indirekt die Schuld dafür, dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine weiter eskalieren könnte. Dabei verwechselt er aber krachend Ursache und Wirkung. Das Einzige, was Putin bislang bei seinem Vorgehen in der Ukraine irritiert hat, war die überraschende Geschlossenheit der EU gegen ihn. Für Verständnis hat er bislang keine Gegenleistung gebracht.

(qua)