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Barack Obama ist nur minimal beliebter als George W. Bush

Vor Kongresswahl in den USA : Obama ist nur minimal beliebter als George W. Bush

Vor den Halbzeitwahlen sind die Amerikaner unzufrieden. Die Republikaner könnten den Demokraten die Senatsmehrheit abnehmen.

Er ist zurück auf der Wahlkampfbühne, der Präsident, der sich wie kaum ein Zweiter aufs Wahlkämpfen versteht. Barack Obama beugt sich dicht übers Pult, er presst seine Lippen förmlich ans Mikrofon und legt etwas Raues in seine Stimme, was seinen Sätzen Dringlichkeit verleihen soll.

"Wenn ihr nur zu Hause sitzt und jammert, ändert ihr nichts", ruft er in die Turnhalle der North Division High School in Milwaukee. "Die Leute von der anderen Seite, die bauen darauf, dass ihr nicht wählen geht. Ich bitte euch, belehrt sie eines Besseren." Lethargie habe nie einen Menschen auf den Mond gebracht, nie einen Krieg beendet, nie eine Krankheit geheilt. "Schnappt euch euren bequemen Cousin, der auf der Couch sitzt und endlose Wiederholungen der Footballspiele der Green Bay Packers guckt, und nehmt ihn mit ins Wahllokal." Die jüngeren Anhänger, weiß er, neigen dazu, eine Kongresswahl zu ignorieren, sosehr sie sich für ein Präsidentschaftsvotum interessieren.

Der Name Obama steht am Mittwoch auf keinem Stimmzettel, es geht um 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 36 Senatoren und 36 Gouverneursposten, um nur die wichtigsten Ämter zu nennen. Doch wie die Bürger ihren Präsidenten beurteilen, beeinflusst ihre Entscheidung mehr als alles andere. Obamas Zustimmungsrate ist auf 40 Prozent gefallen, das liegt nur knapp über den Werten, die George W. Bush nach sechs Amtsjahren hatte.

Bei Midterm Elections, Halbzeitwahlen, sei der Staatschef immer eine Bürde, doziert Thomas E. Mann, Politikprofessor der Brookings Institution. "Nach alter Gewohnheit nutzen Amerikaner die Midterms als Referendum. Und in aller Regel haben sie mehr zu beklagen, als sie gut finden."

Dass die Partei des Präsidenten Federn lässt, ist die Regel. Es gibt nur wenige Ausnahmen. 1998 - die Wirtschaft boomte - konnten die Demokraten Bill Clintons zulegen. Vier Jahre darauf ließ die patriotische Welle, die dem Terrorschock des 11. September 2001 folgte, die Republikaner George W. Bushs profitieren. Diesmal lassen Politikverdruss und Verunsicherung ein Protestvotum erwarten. Zum einen verzweifeln die Wähler an einem Kongress, in dem sich Demokraten und Republikaner praktisch nicht mehr einigen können. Zum anderen erwecken die Krisen des Planeten - von der Ukraine über den Vormarsch der Terrororganisation "Islamischer Staat" bis hin zu Ebola - das Gefühl in der Bevölkerung, dass ihrer Regierung die Kontrolle entgleitet. Die Regierung, das ist Obama. Ergo werden die Demokraten bestraft. Die Republikaner sind kaum populärer.

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Seit Obama regiert, wurden zehn Millionen neue Jobs geschaffen, die Arbeitslosigkeit sank von zehn auf unter sechs Prozent. Doch das Realeinkommen einer Durchschnittsfamilie stagniert auf dem Stand von 1988. Zwei Drittel der Amerikaner sehen ihr Land nicht auf dem richtigen Weg. Darin liegt die Chance der Opposition, und als die wird die "Grand Old Party" (GOP) wahrgenommen, auch wenn sie das Repräsentantenhaus fest im Griff hat.

Dass die Republikaner ihre Majorität in der Abgeordnetenkammer behaupten, bezweifelt niemand. Spannender ist das Duell um den Senat. 2008 ließ die Obama-Euphorie demokratische Kandidaten selbst in Bundesstaaten triumphieren, in denen die Konservativen den Ton angeben, wie Alaska, Louisiana und North Carolina. In Montana, South Dakota und West Virginia, wo altgediente Veteranen ausscheiden, prophezeien die Meinungsforscher der GOP klare Siege. Gewinnt sie in der Bilanz sechs Sitze dazu, hat sie die Senatsmehrheit erobert. Die Demokraten hoffen auf einen Wechsel in Kansas, was ein Paukenschlag wäre. In dem Präriestaat, republikanischem Herzland, liegt Greg Orman gut im Rennen, ein Geschäftsmann, der als Unabhängiger antritt und verspricht, politische Verkrustungen resolut aufzubrechen.

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(RP)