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Zuschauerzahl Vereidigung: Trump-Sprecher verteidigt Aussagen

Streit um Zuschauerzahl bei Vereidigung : Trump-Sprecher verteidigt Aussagen und kündigt neue Regeln an

Trumps Sprecher Sean Spicer hat seine umstrittenen Aussagen zur Teilnehmerzahl bei der Vereidigung des neuen US-Präsidenten verteidigt. Den Journalisten teilte er mit: "Es ist unsere Absicht, Sie niemals anzulügen."

Es war das erste offizielle Pressbriefing des neuen Sprechers des Weißen Hauses, Sean Spicer. Zur Teilnehmerzahl bei der Amtseinführung Donald Trumps am Freitag erklärte er, seine Darstellung habe auch die per Fernseher und andere Medien zugeschaltete Zuschauer beinhaltet. Zuvor hatte Spicer betont, es habe sich das größte Publikum bei einer Amtseinführung überhaupt gehandelt.

"Es ist unsere Absicht, Sie niemals anzulügen", sagte er Journalisten bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich glaube, wir können bei den Fakten manchmal unterschiedlicher Meinung sein." Er werde die Fakten vortragen, wie sie ihm bekannt seien. "Und wenn wir einen Fehler machen, werden unser Bestes tun, um ihn zu korrigieren."

Spicers Aussagen zur Teilnehmerzahl waren kritisiert worden, weil Luftaufnahmen zeigen, dass sich am Freitag entegegn seiner Angaben deutlich weniger Menschen auf dem Washington Mall versammelt hatten als bei der Amtseinführung von Barack Obama vor acht Jahren. Auf den Streit angesprochen sagte Trumps Beraterin Kellyanne Conway am Sonntag, es seien "alternative Fakten" präsentiert worden. Trump hatte bereits im Wahlkampf ein gespanntes Verhältnis zu den Medien.

Und auch der neue Sprecher des Weißen Hauses brach direkt bei seinem ersten Pressbriefing mit bestehenden Regeln. Traditionell dürfen bei solchen Terminen nämlich die großen Nachrichtenagenturen und Fernsehsender die ersten Fragen stellen. Danach folgen Tageszeitungen. Spicer hält von diesen ungeschriebenen Gesetzen im Presseraum wohl nichts und legte sie kurzer Hand ad acta. Denn die erste Frage durfte ein Journalist der "New York Post" stellen, ein Boulevardblatt, danach ein Reporter des "Christian Broadcasting Network". Künftig wolle Sean Spicer zudem mehr Medien den Zugang zum Weißen Haus ermöglichen.

(maxk)