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Ukraine-Krise: Zusammenhalt unter ukrainischen Rebellen bröckelt

Ukraine-Krise : Zusammenhalt unter ukrainischen Rebellen bröckelt

Unter den prorussischen Separatisten in der Ostukraine gibt es offenbar zunehmend Uneinigkeiten über das weitere Vorgehen.

Der einflussreiche Rebellenführer Alexander Chodakowski erklärte am Donnerstag, er werde sich nicht dem militärischen Führer des Aufstandes unterordnen. Auch werde er die von Rebellen gehaltene Millionenstadt Donezk nicht aufgeben - selbst wenn das angeordnet werden sollte, sagte Chodakowski weiter. Bislang ist ein solcher Befehl jedoch nicht ergangen. Allerdings haben sich die Rebellen am vergangenen Wochenende aus ihrer einstigen Hochburg Slawjansk zurückgezogen.

Die Kämpfe haben in den vergangenen drei Monaten bereits mehr als 400 Menschen das Leben gekostet. In den vergangenen zwei Wochen haben ukrainische Regierungstruppen rund die Hälfte der von Rebellen besetzten Gebiete zurückerobert.

Offenbar bröckelt die Moral auch unter den Kämpfern in Donezk. Mehrere Dutzend Männer sollen ihre Waffen niedergelegt haben und zu ihren Familien zurückgekehrt sein. "Russland hat uns verlassen. Die Führung ist zerstritten. Sie versprechen Geld, aber bezahlen es nicht", sagt etwa der 29 Jahre alte Oleg, ein ehemaliger Bergarbeiter, der für das Kalmius-Battalion gekämpft hat.

Die Führer der selbsterklärten Volksrepublik Donezk wiesen Berichte über Probleme bei den Kämpfern zurück. "Das sind Lügen und Desinformationen. Es gibt keine Unstimmigkeiten", sagte Rebellenführer Alexander Borodai.

Russland signalisierte derweil seine Bereitschaft zu gemeinsamen Grenzkontrollen mit der Ukraine. Man plane, der Führung in Kiew einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch. Bedingung dafür sei aber ein Waffenstillstand.

Kiew wirft Moskau vor, die Rebellen mit Waffen zu unterstützen, die über die Grenze geschmuggelt würden. Moskau weist dies zurück. Die Rebellen haben mehrere Grenzposten unter ihre Kontrolle gebracht und weigern sich, diese an die Ukraine zurückzugeben.

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(ap)