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Gefahr der Steinigung bleibt: Zum Tode verurteilte Iranerin bangt weiter

Gefahr der Steinigung bleibt : Zum Tode verurteilte Iranerin bangt weiter

Berlin (RPO). Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani ist weiterhin am Leben. "Sie wurde heute nicht hingerichtet", sagte eine Aktivistin. "Aber die Gefahr bleibt. Es kann immer passieren", ergänzte sie.

Aschtiani sei bei "bester Gesundheit" und befinde sich nach wie vor im Gefängnis Tabris im Nordwesten des Landes, sagte der iranische Justizvertreter Malek Adschdar Scharifi am Mittwoch. Irans Außenminister Manuschehr Mottaki sagte, eine endgültige Entscheidung in der Angelegenheit sei noch nicht gefallen.

Die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, und französische Menschenrechtsaktivisten hatten am Dienstag die Besorgnis geäußert, die Hinrichtung Aschtianis könne unmittelbar bevorstehen. Den Angaben zufolge hat das Oberste Gericht in der iranischen Hauptstadt Teheran die Vollstreckung der Todesstrafe genehmigt.

"Die Gefahr bleibt"

"Sie wurde heute nicht hingerichtet", sagte Ahadi dann am Mittwoch unter Berufung auf ihre eigenen Quellen im Iran. Die Uhrzeit für die Hinrichtungen sei bereits verstrichen. "Aber die Gefahr bleibt. Es kann immer passieren", ergänzte sie.

Justizvertreter Scharifi sagte nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna, Aschtianis Fall werde weiter von den zuständigen Provinzgerichten bearbeitet. Zugleich warf er westlichen Medien vor, mit Informationen wie denen über die anstehende Hinrichtung Aschtianis ein "vergiftetes Klima" gegen den Iran schaffen zu wollen. Auch Mottaki sagte, der Fall werde weiterhin "im Rahmen des Gesetzes" behandelt. Er befand sich auf einer Auslandsreise in Georgien.

Aschtiani war nach iranischen Angaben im Jahr 2006 in zwei verschiedenen Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt worden. Im ersten Fall wurde sie wegen angeblicher Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann zum Tod durch den Strang verurteilt. Ein Berufungsgericht wandelte das Urteil 2007 in eine zehnjährige Haftstrafe um. Im zweiten Fall wurde sie wegen mehrfachem Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt. Ihr Schicksal löste weltweit Empörung und Proteste aus. Im Juli wurde ihre Hinrichtung zunächst ausgesetzt.

(AFP/jre)