Ziel Syrien und Irak: 100 Frauen sind aus Deutschland zum IS gereist

Ziel Syrien und Irak : Etwa 100 Frauen sind aus Deutschland zum IS gereist

Offenbar zieht es nicht nur Männer in den Heiligen Krieg: Unter bisher den aus Deutschland nach Syrien und in den Irak ausgereisten Personen aus dem islamistischen Umfeld befinden sich einem Pressebericht zufolge auch etwa 100 Frauen.

Das berichtet der "Spiegel" am Freitag vorab aus seiner neuesten Ausgabe unter Berufung auf Informationen aus nicht näher bezeichneten Sicherheitskreisen. Demnach begleiteten viele Frauen ihre Ehemänner, die sich dort islamistischen Organisationen wie dem "Islamischen Staat" anschließen wollten. Einige wollten dort aber auch selbst kämpfen.

Die Sicherheitsbehörden in Deutschland und anderen europäischen Ländern zeigen sich seit längerer Zeit besorgt über die Reisebewegungen zumeist junger Menschen, die sich in die Kampfgebiete des Nahen Ostens absetzen, um sich dort islamistischen Kämpfern anzuschließen. Nach jüngsten Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) brachen bislang nach Erkenntnissen der Behörden etwa 600 Menschen aus Deutschland dorthin auf.

Das Phänomen der in den Dschihad ziehenden Frauen ist nicht neu. Erst am Mittwoch hatte die Staatsanwaltschaft München eine 30-Jährige angeklagt, die 2014 mit ihren zwei Töchtern nach Syrien gereist sein soll, um sich als "Zweitfrau" eines Dschihadisten einer extremistischen Organisation anzuschließen. Die Frau kehrte nach rund fünf Monaten wieder zurück und wurde festgenommen.

Nach den vom "Spiegel" zitierten Informationen aus Sicherheitskreisen sind die meisten der nach Syrien und in den Irak ausreisenden Frauen zwischen 16 und 27 Jahre alt und würden wie Männer in einschlägig dafür bekannten Moschee radikalisiert. Teilweise spiele aber auch das Internet bei der Rekrutierung eine Rolle.

(AFP)