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Wladimir Putin: Werden die Wahl des ukrainischen Volks respektieren

Kremlchef Wladimir Putin : "Werden die Wahl des ukrainischen Volks respektieren"

Kremlchef Wladimir Putin will die Wahl des ukrainischen Volks bei der Abstimmung über einen neuen Präsidenten an diesem Sonntag "respektieren". Der russische Präsident antwortete am Freitag auf eine Frage auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg ausweichend, ob Russland die Wahl als legitim anerkennen wird.

"Wir verhalten uns mit Respekt zur Wahl des ukrainischen Volkes", sagte Putin. Er sprach aber nicht von einer "Anerkennung", sondern verwies darauf, dass der im Februar gestürzte Präsident Viktor Janukowitsch nach geltender ukrainischer Verfassung der rechtmäßige Staatschef sei.

Russland hatte die Abstimmung immer wieder als überstürzt kritisiert. Der Wahlsonntag müsse zeigen, wie der Urnengang laufe. Putin sagte, zuerst hätte die Verfassung im Zuge eines Referendums geändert und erst dann ein neuer Präsident gewählt werden müssen. Allerdings sei Russland auch interessiert, dass "Frieden und Ruhe" einkehrten in der Ukraine.

Putin: Ukraine "in echtem Bürgerkrieg"

Putin sieht die Ukraine allerdings immer noch in einem "echten Bürgerkrieg", für den die USA eine Mitverantwortung tragen. Die Ukraine-Krise sei entstanden, nachdem der damalige Präsident Viktor Janukowitsch die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union verschoben habe, sagte Putin weiter. "Darauf folgte ein Putsch, der durch unsere amerikanischen Freunde unterstützt wurde, das Ergebnis ist Chaos und ein echter Bürgerkrieg", fügte er hinzu.

Mit Blick auf die von den USA und der EU verhängten Sanktionen gegen Verantwortliche in Moskau warnte Putin, diese könnten auf Washington und Brüssel zurückschlagen. "In der modernen, ineinandergreifenden Welt können wirtschaftliche Sanktionen als Instrument politischen Drucks einen Bumerangeffekt haben", sagte er. "Letztendlich" hätten die Strafmaßnahmen "Auswirkungen auf die Geschäfte und die Wirtschaft der Staaten, die sie verhängt haben".

Weiter sagte Putin, "das unipolare Modell" mit den USA als Mittelpunkt der Weltpolitik habe "versagt". Drei Monate nach dem Sturz des prorussischen Staatschefs Janukowitsch soll in der Ukraine am Sonntag eine Präsidentschaftswahl stattfinden. Seit Wochen kämpfen im Osten des Landes prorussische Separatisten gegen die Übergangsregierung in der Hauptstadt Kiew. Sie fordern nach dem Vorbild der Schwarzmeerhalbinsel Krim teils eine Eingliederung ihrer Gebiete in die Russische Föderation. Moskau zweifelt vor diesem Hintergrund die Legitimität der ukrainischen Präsidentschaftswahl und des noch zu kürenden Siegers offen an.

(dpa/AFP)