Wladimir Putin soll Einmischung in US-Wahl für Donald Trump befohlen haben

Bericht der US-Geheimdienste : Putin soll Einmischung in US-Wahl befohlen haben

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben der amerikanischen Geheimdienste eine Kampagne zur Einflussnahme auf die US-Wahl angeordnet. Der kommende US-Präsident Donald Trump reagierte bereits auf den Bericht. Die Demokraten seien schlicht selbst schuld.

Bei der Kampagne habe der Kreml eine "klare Präferenz" für den republikanischen Kandidaten und künftigen Präsidenten Donald Trump gehabt, hieß es in einem Geheimdienstbericht. Ziel sei gewesen, das öffentliche Vertrauen in den demokratischen Prozess in den USA zu untergraben und die demokratische Kandidatin Hillary Clinton zu verunglimpfen.

Trump: Habe viel gelernt

Bei dem Bericht handelte es sich um eine freigegebene Version eines detaillierteren und vertraulichen Reports, den Trump am Freitag im Rahmen eines Briefings mit führenden Geheimdienstlern erhielt. Im Anschluss sprach er von einem "großartigen Treffen", bei dem er "viel gelernt" habe. Ob er nun die Einschätzung teile, wonach sich Moskau zu seinen Gunsten in den US-Wahlkampf eingemischt habe, sagte er indes nicht. Zuvor hatte Trump es schriftlich ausgeschlossen, dass russische Hackerangriffe ihm zum Wahlsieg verholfen hätten.

Bei Twitter merkte Trump am späten Freitagabend an, die Demokraten seien an den Attacken selbst schuld gewesen. Seine Partei habe hingegen eine "starke Abwehr" gehabt.

Erstmals wird in dem Geheimdienstreport ausdrücklich Putin mit den Cyberattacken in Verbindung gebracht. Dabei handele es sich um die "bislang kühnsten Versuche" der Einflussnahme auf eine US-Wahl. Wie schon in einer ersten Einschätzung wurde erneut der Vorwurf laut, Russland habe E-Mails des Parteiverbands sowie jene von Mitgliedern wie Clintons Wahlkampfmanager John Podesta gehackt. Die E-Mails habe der Kreml dann an Wikileaks durchgestochen. Dies wies der Gründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange, indes wiederholt zurück.

"Böse Kommentare"

Moskau habe sich überdies staatlich finanzierter Propaganda zunutze gemacht und "Trolle" für böse Kommentare auf Servern sozialer Medien bezahlt, hieß es in dem Report weiter. Es sei davon auszugehen, dass Russland auch künftige Ereignisse in den USA und weltweit ins Visier nehmen werde. Schon unmittelbar nach der US-Wahl im November habe es eine sogenannte Spear-Phishing"-Kampagne gegeben, um an Daten von Regierungsbeamten und Angestellten von Denkfabriken mit einem Fokus auf nationale Sicherheit und Außenpolitik heranzukommen.

Wie die USA zu diesen Erkenntnissen kam, lässt der öffentliche Report jedoch offen. Obama hatte bereits Ende Dezember gesagt, die Hackerangriffe während des US-Wahlkampfes könnten nur von den höchsten Ebenen der russischen Regierung angeordnet worden sein.

In einem Interview des Senders ABC, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, kritisierte der scheidende Präsident auch Republikaner und TV-Kommentatoren. Diese hätten mehr Vertrauen in Putin als in amerikanische Mitbürger. "Das kann nicht sein", rügte Obama. Auf die Frage, ob seine Bemerkung auf seinen Nachfolger Donald Trump abziele, entgegnete er nur, Amerikaner seien in einem Team. Und "Putin ist nicht in unserem Team."

Attacke auf Geheimdienste

Trump hatte mehrfach Zweifel darüber geäußert, ob Russland wirklich für die Angriffe verantwortlich war, durch die vor der Wahl Interna aus dem Team seiner demokratischen Gegnerin Clinton und deren Partei nach außen gedrungen waren. Zudem stellte Trump die Arbeit der US-Geheimdienste generell in Frage und warf den Demokraten vor, die ganze Affäre hochzuspielen, um von ihrer Niederlage abzulenken und seiner Präsidentschaft die Legitimation abzusprechen.

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(csi/ap)