Umstrittenes Referendum: Wird Russisch zweite Amtssprache in Lettland?

Umstrittenes Referendum : Wird Russisch zweite Amtssprache in Lettland?

Die Letten haben über die Einführung des Russischen als zweite Amtssprache abgestimmt. Für das Referendum machte sich die russisch sprechende Minderheit in Lettland stark. Durch eine Aufwertung des Russischen zur Amtssprache würden 20 Jahre der Diskriminierung rückgängig gemacht, argumentierten die Initiatoren des Referendums.

Beobachter rechnen mit einem Scheitern der Volksabstimmung, da sich die Hälfte aller 700.000 wahlberechtigten Letten für Russisch als Amtssprache aussprechen müssten.

Rund ein Drittel der rund 2,1 Millionen Menschen in Lettland sprechen Russisch. Die russischstämmigen Letten und andere Minderheiten im Land hoffen, mit der Abstimmung einen Dialog über die Rolle von Minderheiten in Lettland anzustoßen.

Ethnische Letten sehen in der Volksabstimmung hingegen den Versuch, die Befreiung Lettlands nach fast 50-jähriger Besatzung durch die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg zu untergraben. Hunderttausende Russen, Weißrussen und Ukrainer wurden zu Zeiten der Sowjetunion nach Lettland umgesiedelt. Viele Letten befürchten, Russland wolle mithilfe der russischen Minderheit in Lettland Einfluss nehmen.

(AFP, dapd)
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