Deutsche Schiffe vor Libanon: Wieder Zwischenfälle mit israelischen Streitkräften

Deutsche Schiffe vor Libanon: Wieder Zwischenfälle mit israelischen Streitkräften

Düsseldorf (RPO). Beim deutschen Libanon-Einsatz hat es erneut Zwischenfälle mit den israelischen Streitkräften gegeben. Nach Informationen unserer Redaktion nahmen vergangenen Mittwoch mehrere israelische Kampfjets Kurs auf die deutsche Fregatte "Niedersachsen", die im Rahmen der Uno-Überwachungsmission "Unifil" vor der libanesischen Küste kreuzte.

Neun Tage zuvor war an Bord der "Niedersachsen" alles "klar zum Gefecht", als sich ein Boot mit großer Geschwindigkeit der deutschen Fregatte näherte, ohne sich zunächst zu erkennen zu geben. Dann stellte sich heraus, dass es sich um ein israelisches Schnellboot handelte, das mit rund 30 Knoten (fast 60 Stundenkilometer) Kurs auf die "Niedersachsen" nahm. Der Vorfall ereignete sich am 30. April.

Bereits am Vortag hatten die israelischen Streitkräfte eine Drohne Richtung Unifil eingesetzt. Hier hatte der Einsatzverband eine Annäherung an ein schwedisches Schnellboot verzeichnet.

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam bestätigte die drei Zwischenfälle und erklärte, die Beobachtungen seien an das Hauptquartier der Uno weitergeleitet worden. Dieses habe mit Israel Kontakt aufgenommen, um die Hintergründe dieser Aktionen zu klären.

Bereits Mitte Oktober vergangenen Jahres hatte es Zwischenfälle mit israelischen Kampfjets gegeben. So hatten sechs israelische Maschinen das deutsche Aufklärungsschiff "Alster" überflogen, Täuschkörper ausgestoßen und ungezielte Schüsse abgegeben. Die "Alster" gehörte nicht zum Unifil-Verband, sondern war zur Unterstützung der deutschen Unifil-Einheiten vor die libanesische Küste entsandt worden.

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Zwei deutsche Minenjagdboote kollidiert

Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam bestätigte unserer Redaktion den "Verkehrsunfall auf hoher See”. Die Boote seien vor 14 Tagen im Einsatzgebiet beim Üben von Fahrmanövern kollidiert. "Frettchen” rammte "Gepard” mittschiffs. Verletzt wurde niemand, doch sei "erheblicher Holzschaden entstanden”, so der Sprecher.

Die Schnellboote sind komplett aus Holz gebaut, damit auf Metall reagierende Magnet-Minen keinen Halt finden. Die beiden Boote werden zurzeit im Hafen von Limassol auf Zypern von Experten der Marine darauf untersucht, ob sie aus eigener Kraft nach Deutschland zurückkehren können.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Deutsche Marine geht in den Libanon

(gms)
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