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Wie die Welt um Nelson Mandela trauert

Wie die Welt um Nelson Mandela trauert : "Das Land hat seinen Vater verloren"

Der Tod des Freiheitskämpfers Nelson Mandela hat nicht nur Südafrika tief getroffen. Auf der ganzen Welt gedachten Politiker, Hilfsorganisationen und Prominente des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas. Wir haben einige Reaktionen zusammengetragen.

Die Nachricht vom Tod Mandelas verbreitete sich in Windeseile. In Südafrika waren die Fahnen auf halbmast, alle Radio- und Fernsehstationen brachten fast nur Berichte über den Nationalhelden. Viele Menschen kamen mit schwarzem Trauerflor zur Arbeit. "Das Land hat seinen Vater verloren", sagte der ehemalige Erzbischof von Kapstadt, Desmond Tutu, in der Stunde der Trauer. Er spricht damit vielen Menschen aus dem Herzen — nicht nur in Südafrika.

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Denn überall auf der Welt wird an diesem Freitag dem Mann gedacht, der 27 Jahre lang in Haft gesessen hatte wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem. Er war es, der den Weg ebnete zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland. Und genau daran erinnern in diesen Stunden viele Menschen auch im Internet.

"Ein Freund & Mistreiter gegen Armut und HIV/AIDS ist gegangen"

Fotos in Schwarz-Weiß mit berühmten Zitaten Mandelas, Videos seiner Reden und Auftritte oder einfach nur Beileidsbekundungen. Unter dem Hashtag #mandela gedenken unzählige Menschen am Freitag Mandelas. Darunter sind auch viele Politiker, Hilfsorganisationen und Prominente.

So twitterte "Ärzte ohne Grenzen Schweiz": "Mandela hat die Tür dazu geöffnet, dass Frauen an Friedenstischen auf der ganzen Welt sitzen." "Ärzte ohne Grenzen Südafrika" wiederum schrieb: "Mandela zeigte in seinem öffentlichen Kampf gegen HIV/AIDS Mitgefühl & Entschlossenheit." Auch die Hilfsorganisation World Vision gedachte seines Kampfes gegen HIV und Aids: "Wir trauern um Nelson Mandela. Ein Freund & Mistreiter gegen Armut und HIV/AIDS ist gegangen. Sein Vorbild bleibt uns Ansporn." Dass er wichtige Zeichen in diesem Kampf gesetzt habe, ist auch der Organisation Brot für die Welt einen Tweet wert. Und Amnesty Austria würdigt ihn in dem Kurznachrichtendienst als "einen der größten Kämpfer für die Menschenrechte".

Auch Politiker auf der ganzen Welt brachten ihre Trauer um den südafrikanischen Nationalhelden zum Ausdruck — mit persönlichen Statements oder ebenfalls über das Internet. "Nelson Mandelas leuchtendes Beispiel und sein politisches Vermächtnis der Gewaltfreiheit und der Absage an jeglichen Rassismus werden für die Menschen auf der ganzen Welt noch lange Zeit eine Inspiration bleiben", ließ etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel mitteilen. Ihr Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte ganz ähnlich: "Wir trauern um Nelson Mandela — seine Botschaft der Versöhnung und der Absage an jeglichen Rassismus bleiben eine Inspiration."

"Mandela hat den Lauf der Geschichte für sein Volk, sein Land, den Kontinent und die Welt geändert", twitterte Eu-Kommissionschef José Manuel Barroso. Und auch der britische Premier David Cameron würdigte Mandela über den Kurznachrichten dienst mit den Worten: "Ein großes Licht der Welt ist erloschen. Nelson Mandela war ein Held unserer Zeit." "Ich bin einer von ungezählten Millionen, die durch Nelson Mandelas Leben inspiriert wurden", sagte wiederum US-Präsident Barack Obama.

"Sein Licht wird weiterscheinen"

Daneben erinnerten ebenfalls viele Prominente an den Mann, der für viele ein Vorbild im Kampf für Freiheit und Menschenrechte geworden war. "Nelson Mandela war eine echte Inspiration für die gesamte Menschheit. Er wird auf jeden Fall vermisst werden", twitterte etwa US-Sängerin Britney Spears. Und US-Schauspieler Hugh Jackman schrieb dort: "Sein Licht wird weiterscheinen."

US-Moderatorin Oprah Winfrey postete ein Foto von sich mit Mandela auf Instagram und kommentierte, dass er genauso gewesen sei, wie sie ihn sich vorgestellt habe: "Bescheiden und frei von Verbitterung." Auch Sängerin Alicia Keys war ihm begegnet —vor vier Jahren an dessen 91. Geburtstag. Sie schrieb auf ihrer Homepage: "Ich bewunderte einen Mann, dessen Seele mit einer unangestrengten und außerordentlichen Liebe ausgefüllt war.

Und Morgan Freeman, der Mandela einst in dem Film "Invictus — Unbezwungen" verkörperte, schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Nelson Mandela war ein Mann mit unvergleichbarer Ehre, unbesiegbarer Stärke und unnachgiebiger Entschlossenheit." Genauso wird er wohl vielen Menschen in Erinnerung bleiben, selbst dann, wenn die Zeit der größten Trauer vorüber ist.

Trauerfeier am 15. Dezember

Das Begräbnis für den gestorbenen südafrikanischen Nationalhelden soll am Sonntag, 15. Dezember, in Qunu (Ostkap) stattfinden. Das teilte Südafrikas Präsident Jacob Zuma am Freitag in Johannesburg mit. Der Friedensnobelpreisträger war in Qunu aufgewachsen. Zuma kündigte für Sonntag, 8. Dezember, einen nationalen Tag der Trauer an.

mit Agenturmaterial

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(das)