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WHO-Chef spricht sich für Recht auf Abtreibung aus

WHO-Chef zum Abtreibungsrecht : „Einschränkungen gefährden Frauen und Mädchen“

Die mögliche Absetzung des Abtreibungrechts in den USA hat eine Debatte ausgelöst. Nun hat sich auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, geäußert. Er spricht sich für das Recht auf Abtreibung aus.

Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Mittwoch, ein erschwerter Zugang zu Abtreibungen reduziere „nicht die Anzahl der Abbrüche - es treibt nur Frauen und Mädchen dazu, unsichere Methoden zu wählen“. Der WHO-Chef äußerte sich, nachdem sich in den USA die Aufhebung eines Grundsatzurteils zum Schutz des Abtreibungsrechts abzeichnet.

Tedros nahm darauf nicht direkt Bezug, er erwähnte die Vorgänge in den USA nicht. Er schrieb aber auf Twitter: „Frauen sollten immer das Recht haben, zu entscheiden, wenn es um ihre Körper und ihre Gesundheit geht.“ Der Zugang zu sicheren Abtreibungen „rettet Leben“.

Laut WHO-Zahlen sterben jährlich rund 39.000 Frauen und Mädchen wegen unsicherer Abtreibungsmethoden, Millionen müssen demnach wegen Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden. Besonders betroffen sind demnach Frauen in einkommensschwachen Ländern. Strenge Abtreibungsgesetze führen laut den WHO-Erhebungen nicht zu weniger Schwangerschaftsabbrüchen.

In den USA waren am Dienstag tausende Menschen wegen der sich abzeichnenden Aufhebung des Grundrechts auf Abtreibung auf die Straße gegangen. Große Demonstrationen gab es unter anderem in Städten wie Washington, New York, Boston, Los Angeles und Seattle.

Das US-Nachrichtenportal „Politico“ hatte zuvor einen Entwurf für ein Urteil des Obersten Gerichtshofs veröffentlicht, der das 1973 in dem Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ verankerte Grundrecht auf Schwangerschaftsabbrüche aufheben würde. Gerichtspräsident John Roberts bestätigte am Dienstag die Echtheit des öffentlich gewordenen Dokuments. Er betonte zugleich, es handele sich noch nicht um die endgültige Entscheidung.

(ahar/AFP)