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Wer bezahlt die Gipfel-Rechnung von Singapur? Treffen von Donald Trump und Kim Jong Un am Dienstag

Treffen von Donald Trump und Kim Jong Un : Wer bezahlt die Gipfel-Rechnung von Singapur?

Am kommenden Dienstag findet das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un in Singapur statt. Billig dürfte die Veranstaltung nicht werden. Wer bezahlt was?

Zum Schnäppchenpreis geht nichts, wenn sich US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un am kommenden Dienstag in Singapur zusammensetzen. Der Stadtstaat gehört zu den teuersten Reisezielen Asiens. Gipfelhotel, Übernachtungen, Sicherheitsvorkehrungen für das Treffen: Das alles summiert sich. In den USA wird bereits darüber spekuliert, wer für die Rechnung aufkommt.

Da zitierte etwa die „Washington Post“ zwei Gewährsleute aus US-Regierungskreisen, wonach Washington offenbar diskret auslote, wie es zur Begleichung von Kims Hotelkosten beitragen könne. In dem Bericht wurde angedeutet, dass Gastgeber Singapur die Sache in die Hand nehmen könnte.

Im US-Außenministerium hört sich das ganz anders an. Sprecherin Heather Nauert wies Spekulationen zurück, dass Amerika in Singapur für die Nordkoreaner zahle. Die USA hätten auch niemand anderen darum gebeten, sagte Nauert.

Noch ist nicht mal klar, welche Posten sich überhaupt aufsummieren. Die Räumlichkeiten fürs Gipfeltreffen und Hotels gehören natürlich dazu. Doch selbst die Übernachtung - im Gespräch ist beispielsweise das Fullerton für 6000 Dollar (knapp 5150 Euro) pro Nacht - könnte Nordkorea locker verkraften. Möglicherweise zieht es Kim sogar schnell zurück nach Pjöngjang, so dass eine Art Basislager für die Delegation wichtiger wäre als die Hotelzimmer. Was dafür in Frage kommt, ist offen.

Kim soll Milliardär sein

Die nordkoreanische Botschaft in Singapur wäre wohl nicht geeignet, um die Ansprüche eines Gipfel-Teams an Logistik und Sicherheit erfüllen zu können. Vielleicht bringt Kim eine eigene große Mannschaft mit, die für Sicherheit sorgen soll.

Und wiederum vielleicht kommt in diesem Bereich eine Aufsplittung der Kosten aufs Tapet. Doch mit Blick auf die aufwendigen Militärparaden und Parteikongresse in Nordkorea scheint das Land für wichtige Veranstaltungen Kims fürwahr ein großes Budget zu haben.

Auch der Machthaber selbst soll durchaus wohlhabend sein. Zwar gibt es keinerlei Bestätigung, doch gehen einige ausländische Experten davon aus, dass er mehr als eine Milliarde Dollar (knapp 860 Millionen Euro) schwer ist und Zugang zu Milliarden mehr hat.

Für die Gipfelpartner kamen Treffen mit den Nordkoreanern in der Vergangenheit dennoch nicht billig. Südkorea gab angeblich um die fünf Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) für die Begegnung von Präsident Moon Jae In mit Kim im April aus. Das Treffen war auf einen Tag begrenzt und fand in öffentlichen Gebäuden auf südkoreanischer Seite der entmilitarisierten Zone auf der koreanischen Halbinsel statt.

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Für den ersten Nord-Süd-Gipfel der beiden Koreas im Jahr 2000 soll die Regierung in Seoul allein 500 Millionen Dollar (429 Millionen Euro) lockergemacht haben, um Kim Jong Uns Vater zu dem Treffen zu bewegen. Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung bekam in jenem Jahr den Friedensnobelpreis - bevor die Zahlung bekannt wurde. Tief in die Tasche greifen musste Südkorea mehrfach auch für Sportevents, zu denen der Norden geladen war.

Die mehr als 400 Nordkoreaner bei den Winterspielen von Pyeongchang, darunter lediglich 22 Athleten, schlugen mit 2,5 Millionen US-Dollar (2,1 Millionen Euro) zu Buche. Die Asienspiele in Busan 2002 belasteten die Kasse Seouls mit rund 1,3 Millionen Dollar, Summen in Höhe mehrerer Hunderttausend Dollar flossen in weitere Wettkämpfe im Namen der koreanischen Einheit.

Friedensnobelpreisträger wollen Geld beisteuern

Beim Gipfel in Singapur trägt natürlich auch der Gastgeber zum Gesamtpaket bei. Er muss beispielsweise für die allgemeine Sicherheit sorgen. Die Regierung von Singapur kündigte am Montag an, das Stadtzentrum rund um das Treffen vom 12. Juni zu einer „Sonderveranstaltungszone“ zu erklären. Das erlaubt schärfere Sicherheitsmaßnahmen in der Gegend nahe der US-Botschaft und mehrerer Hotels wie dem Shangri-La. Das ist als möglicher Ort des Treffens im Gespräch.

Sein Land werde einige der Gipfelkosten übernehmen, bekräftigte Verteidigungsminister Ng Eng Hen. Genaueres nannte er nicht. Auch über etwaige Wünsche Trumps und Kims schwieg er sich aus. „Wir wollen auf bescheidene Weise dazu beitragen, dass dieser Gipfel stattfinden kann“, sagte er vor Journalisten.

Noch ein Angebot erreichte Trump und Kim von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Die Friedensnobelpreisträger des vergangenen Jahres offerierten, einen Teil ihres Preisgeldes beizusteuern. Schließlich dreht sich beim Streit mit Pjöngjang alles um das Atomprogramm Nordkoreas.

(csr/dpa)