Nach Beschuss der Türkei: Weltsicherheitsrat verurteilt Syrien

Nach Beschuss der Türkei : Weltsicherheitsrat verurteilt Syrien

Nach dem syrischen Beschuss eines türkischen Grenzdorfes hat sich der Weltsicherheitsrat zu einer einstimmigen scharfen Verurteilung durchgerungen.

Nach Verhandlungen, die bereits am Mittwoch begannen, einigte sich das höchste UN-Gremium am Donnerstagabend (Ortszeit) schließlich geschlossen auf die Erklärung.

Der Vorfall unterstreiche, welch gravierende Auswirkungen die Krise in Syrien auf die Sicherheit der Nachbarn sowie Frieden und Stabilität in der Region habe, hieß es.

Der Sicherheitsrat forderte ein sofortiges Ende solcher Verletzungen des internationalen Rechts und rief die syrische Regierung auf, die Souveränität und territoriale Integrität der Nachbarn anzuerkennen. Die Zustimmung Russlands zu dem Satz, dass der Beschuss internationales Recht verletzte, galt als wichtiges Zugeständnis Moskaus.

Eine in Syrien abgeschossene Granate hatte am Mittwoch in der Ortschaft Akcakale fünf Frauen und Kinder getötet. Mindestens zehn weitere wurden laut türkischen Medienberichten verwundet. Zur Vergeltung beschoss türkische Artillerie Ziele in Syrien.

Syrien gestand am Donnerstag den Beschuss des Grenzdorfes ein und bedauerte die zivilen Opfer. Syrien habe den Vereinten Nationen versichert, dass ein solcher Vorfall sich nicht wiederholen werde und untersuche, wie es dazu kommen konnte, hieß es. In einem Brief an den UN-Sicherheitsrat versicherte Syrien den Familien der Opfer seine "tiefste Anteilnahme".

Angst vor Flächenbrand

Trotz Aufrufen zu Besonnenheit wächst die Sorge vor einem Flächenbrand in der Region. Das Parlament in Ankara hatte am Donnerstag auch ein Gesetz verabschiedet, das Militäreinsätze im Nachbarland erlaubt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan betonte zwar, dass sein Land keinen Krieg mit Syrien wolle.

Man sei aber entschlossen, die eigenen Grenzen und die türkische Bevölkerung zu schützen. Ähnlich geht Ankara seit Jahren im Nordirak vor, wo regelmäßig kurdische Rebellen bei Luftangriffen ins Visier genommen werden.

Die Nato verurteilte in einer Brüsseler Dringlichkeitssitzung den Vorfall in Akcakale.

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(APD)