Weltklimakonferenz 2018: UN-Chef warnt vor Selbstmord der Menschheit

Weltklimakonferenz in Polen : UN-Chef warnt vor Selbstmord der Menschheit

UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach bei der Weltklimakonferenz in Kattowitz von einem „Moment der Wahrheit“. Vor dem Ende des Gipfels am Freitag läuft den Staatenvertretern die Zeit davon. Die wesentlichen Streitpunkte sind noch ungelöst.

Kurz vor dem Ende der Weltklimakonferenz in Polen hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Vertreter aus fast 200 Staaten eindringlich ermahnt, im Interesse künftiger Generationen mehr gegen die von Treibhausgasen verursachte Erderwärmung zu tun. Der Gipfel sei ein „Moment der Wahrheit“, sagte er am Mittwoch in Kattowitz (Katowice). Doch bedauerlicherweise seien auch nach zehntägigen Beratungen die wesentlichen politischen Streitpunkte ungelöst. Nun laufe die Zeit davon. Der Gipfel soll am Freitag enden.

„Ich fordere Sie auf, an allen Fronten mehr Ehrgeiz zu zeigen. Diese Gelegenheit zu verschleudern würde unsere letzte gute Chance zunichte machen, einen ungebremsten Klimawandel zu stoppen“, sagte Guterres. „Das wäre nicht nur unmoralisch, das wäre selbstmörderisch. Dies klingt vielleicht wie ein dramatischer Aufruf, aber genau das ist es: ein dramatischer Aufruf.“

Die Delegierten beendeten am Mittwoch den sogenannten Talanoa-Dialog, einen Austausch in kleineren Gruppen, in dem es um mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz gehen sollte. Zum Abschluss veröffentlichten der polnische Konferenzchef Michal Kurtyka und sein Vorgänger aus Fidschi, Premierminister Frank Bainimarama, einen Aufruf für mehr Engagement im Kampf gegen die Erderwärmung.

Bei den Verhandlungen geht um drei große Themen: Erstens um Regeln für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, das zum Ziel hat, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Das Regelwerk soll sicherstellen, dass Staaten ihre Pläne und Fortschritte im Klimaschutz vergleichbar und transparent darstellen, um Vertrauen zu schaffen. Zweitens um Finanzhilfen der reichen Staaten für die ärmeren. Drittens pochen Klimaschützer auf klare Zusagen der Staaten, dass sie im Jahr 2020 ehrgeizigere Klimaschutz-Ziele vorlegen.

(mlat/dpa)
Mehr von RP ONLINE