Nach zehn Jahren Amtszeit: Weltbankpräsident Wolfensohn kündigt Rückzug an

Nach zehn Jahren Amtszeit : Weltbankpräsident Wolfensohn kündigt Rückzug an

Washington (rpo). James Wolfensohn, Präsident der Weltbank, hat seinen Rücktritt angekündigt. "Ich war es zehn Jahre lang, und ich glaube, das ist genug", erklärte er am Sonntag dem US-Sender ABC. Wolfensohns zweite Amtszeit endet im Juni.

In seinen Äußerungen in der Sendung "This Week with George Stephanopoulos" ließ der 71-Jährige aber durchblicken, im Zweifel doch noch für eine dritte Mandatszeit zur Verfügung zu stehen. "Wenn der Bedarf da ist, werde ich alles tun, was die Aktionäre wollen." Die Beziehung Wolfensohns zu US-Präsident George W. Bush gilt als gespannt.

Wolfensohn war 1995 von Bushs demokratischem Vorgänger Bill Clinton nominiert worden. Der gebürtige Australier stand dem Irak-Krieg kritisch gegenüber. Der neuerliche Wahlsieg von Bushs verringerte die Aussichten Wolfensohns, über die zweite Amtszeit hinaus an der Spitze der Weltbank zu bleiben. Traditionell bestimmen die USA den Weltbank-Präsidenten, während die Europäer den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellen.

Unter der Führung Wolfensohns hatte die Weltbank den Akzent auf die Bekämpfung der Korruption und die Entschuldung der Dritte-Welt-Länder gesetzt. Die Bundesregierung hat nach den Worten von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) "alles Interesse" daran, dass Wolfensohn im Amt bleibt, weil er sich "um bessere Chancen für die armen Länder" bemühe.

(afp)
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