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Wegen erlegtem Elch: Russischer Abgeordneter soll Immunität verlieren

Wegen erlegtem Elch : Russischer Abgeordneter soll Immunität verlieren

Das empfiehlt der Verfahrensausschuss der russischen Staatsduma. Inzwischen hat der 66-jährige Waleri Raschkin zugegeben, das Tier ohne Jagdschein getötet zu haben.

Der Verfahrensausschuss der russischen Staatsduma hat am Montag die Aufhebung der Immunität eines Abgeordneten des Unterhauses empfohlen. Der 66-jährige Waleri Raschkin ist wegen der illegalen Tötung eines Elchs angeklagt. Raschkin hatte die Vorwürfe zunächst bestritten, später aber doch zugegeben, den Elch ohne Jagdschein erlegt zu haben.

Manche russische Medien äußerten den Verdacht, dass Raschkin, Mitglied der Kommunistischen Partei, wegen seiner häufigen Kritik am Kreml und seiner Unterstützung für den inhaftierten Oppositionsführer Alexej Nawalny angeklagt worden sei. Nawalny ist der prominenteste Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Raschkin gehörte im September zu den wenigen Abgeordneten der KP, die lautstark gegen mutmaßlichen Betrug bei der Online-Abstimmung während der russischen Parlaments- und Kommunalwahlen in Moskau protestierten.

Die Kommunistische Partei steht nominell in Opposition zum Kreml, stimmt aber in wichtigen politischen Fragen nach dessen Wünschen ab. Manche Beobachter vermuteten, dass Parteichef Gennadi Sjuganow die Anklage gegen Raschkin im Stillen unterstützt haben könnte, weil er ihn als destabilisierend betrachtet.

Das Unterhaus soll am Donnerstag über die Angelegenheit abstimmen.

(jma/dpa/AP)