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Washington: Nationalgarde soll Vereidigung Bidens sichern

Großaufgebot in Washington : Bis zu 20.000 Nationalgardisten sollen Vereidigung Bidens sichern

Vor Joe Bidens Amtseinführung als neuer Präsident wappnen sich die USA gegen drohende landesweite Ausschreitungen. Das FBI verwies intern auf Planungen für bewaffnete Proteste in Washington und den Hauptstädten aller 50 Bundesstaaten.

Die Bundespolizei warnte vor weiterer Gewalt von Anhängern des scheidenden Präsidenten Donald Trump ab dem Wochenende bis zu Bidens Amtseinführung am 20. Januar. In Washington werden zur Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen bis Samstag etwa 10.000 Nationalgardisten erwartet. 5000 weitere Soldaten könnten hinzugezogen werden, wenn die Behörden dies anfordern sollten, erklärte der Chef der Koordinationsstelle für die Nationalgarde der Bundesstaaten, General Daniel Hokanson.

Am vergangenen Mittwoch hatten Trump-Anhänger das Kapitol in Washington gestürmt, als die Kongressmitglieder gerade dabei waren, Bidens Wahlsieg formell zu bestätigen. Fünf Menschen starben. Trump wird für die Vorgänge verantwortlich gemacht, weil er kurz vor den Ausschreitungen in einer Rede zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen und über Wochen hinweg ohne Belege zu liefern angeblichen Wahlbetrug angeprangert hatte.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">Up to 20,000 National Guard troops have been deployed to the Capitol ahead of Joe Biden’s inauguration next week.<br><br>It’s a level of security never seen in D.C. before, not even after 9/11 — but this time, the threat is coming from inside the (White) House.<a href="https://t.co/I1vhDwI7hF">pic.twitter.com/I1vhDwI7hF</a></p>&mdash; The Recount (@therecount) <a href="https://twitter.com/therecount/status/1349514681736699904?ref_src=twsrc%5Etfw">January 14, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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"Ich habe keine Angst, den Eid im Freien abzulegen", erklärte der künftige Präsident Biden. Der für den Schutz des Präsidenten zuständige Secret Service erhielt Anweisung, bereits ab diesem Mittwoch mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen rund um die Amtseinführung zu beginnen statt wie bisher vorgesehen erst am kommenden Dienstag. Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser rief das Innenministerium dazu auf, keine Genehmigungen für öffentliche Versammlungen bis zum 24. Januar zu erteilen. Eines der markantesten Wahrzeichen der Bundeshauptstadt, das Washington Monument, wird für Touristen gesperrt. Auf dem Parkstreifen zwischen dem etwa 170 Meter hohen Obelisken und dem Kapitol kommen normalerweise Hunderttausende Menschen zusammen, um bei der Amtseinführung des Präsidenten auf der Westterrasse des Parlamentsgebäudes dabei zu sein.

Nancy Pelosi (vorn), Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, spricht vor dem Kapitol zu Truppen der Nationalgarde der Vereinigten Staaten. Foto: dpa/Drew Hammill

Dieses Jahr appellierten die Veranstalter der Zeremonie mit dem Motto "Vereintes Amerika" jedoch an die Bevölkerung, auch wegen der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben. Stattdessen sollen 191.500 Fahnen in unterschiedlichen Größen aufgestellt werden, um die fehlenden Massen zu symbolisieren.

US-Soldaten stehen in der Rotunde des US-Kapitols. Foto: dpa/Susan Walsh

Auch in den Hauptstädten mehrerer Bundesstaaten stellen sich die Sicherheitskräfte auf mögliche Ausschreitungen ein. In Wisconsin etwa autorisierte Gouverneur Tony Evers die Nationalgarde, die lokale Polizei zu unterstützen. In Michigan wurde das offene Tragen von Schusswaffen im dortigen Parlamentsgebäude verboten.

(ste/Reuters)