Was wir über den Anschlag in St. Petersburg (2017) wissen

Überblick : Was über den Anschlag in St. Petersburg bekannt ist

Augenzeugen-Video zeigt Panik nach Anschlag in U-Bahn in St. Petersburg

St. Petersburg ist eine Metropole, die auch bei Touristen sehr beliebt ist. Am Montag explodierte eine Bombe in einer fahrenden U-Bahn, mindestens 14 Menschen wurden bei dem Anschlag getötet. Was ist passiert? Wer steckt dahinter?

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St. Petersburg ist eine Metropole, die auch bei Touristen sehr beliebt ist. Am Montag explodierte eine Bombe in einer fahrenden U-Bahn, mindestens 14 Menschen wurden bei dem Anschlag getötet. Was ist passiert? Wer steckt dahinter?

In der russischen Stadt St. Petersburg explodierte am Montag eine Bombe. Eine Sammlung der Fakten und der offenen Fragen:

Was wir wissen:

  • Die Bombe explodierte gegen 14.40 Uhr Ortszeit in einer U-Bahn der Linie 2 während der Fahrt zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut.
  • Der Fahrer fuhr den Zug noch in die nächste Station - Technologisches Institut. Dorthin kamen die Einsatzkräfte.
  • Eine zweite Bombe wurde in der U-Bahn-Station Ploschtschad Wosstanija deponiert, detonierte aber nicht. Sicherheitskräfte fanden sie und machten sie unschädlich.
  • Die Zahl der Toten ist nach offiziellen Angaben auf 14 gestiegen. Wie die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa am Dienstag mitteilte, starben elf Menschen direkt am Anschlagsort. Drei weitere Menschen seien in Rettungswagen oder in Krankenhäusern ihren schweren Verletzungen erlegen.
  • Etwa 50 Personen wurden verletzt, einige schwebten am Dienstag noch in Lebensgefahr.
  • Nach Angaben des Gouverneurs Georgi Poltawtschenko sind alle Opfer identifiziert worden. Darunter befänden sich drei Ausländer. Sie stammen aus den zentralasiatischen Ländern Usbekistan und Tadschikistan sowie aus Weißrussland. Seinen Angaben zufolge sind keine Staatsbürger westlicher Länder unter den Opfern.
  • Die Behörden gehen von einem Terroranschlag aus.
  • Im Internet kursierten Bilder eines angeblich Verdächtigen. Er trug einen langen schwarzen Mantel, einen Bart und eine Kopfbedeckung. Noch am Montagabend meldete sich der Mann bei der Polizei und beteuerte, nichts mit der Tat zu tun zu haben, meldete die Agentur Interfax. Die Behörden glauben ihm.
  • Die russischen Ermittler haben am Dienstagnachmittag Erkenntnisse ihrer Kollegen aus Kirgistan bestätigt: Sie identifizierten den mutmaßlichen U-Bahn-Attentäter von St. Petersburg am Dienstag als Akbarschon Dschalilow. Dieser habe die Bombe in dem U-Bahnwaggon deponiert, hieß es in einer Erklärung des Ermittlungsausschusses. Er habe auch die zweite Bombe gelegt, die aber entschärft wurde. Dies zeigten DNA-Spuren auf der Tasche mit der Bombe. Einige Stunden zuvor hatte der kirgisische Geheimdienst bereits erklärt, Dschalilow habe den Selbstmordanschlag in St. Petersburg verübt. Der 1995 geborene Dschalilow sei russischer Staatsbürger und stamme aus der Region Osch im Süden Kirgistans.

Was wir nicht wissen:

  1. Der Hintergrund bzw. das Motiv für den Anschlag ist noch völlig unklar: Ob der Angriff mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder mit Terrorismus aus Tschetschenien im Zusammenhang steht, ist bislang nicht bekannt. Der russische Präsident Wladimir Putin sagte am Montag, die Behörden ermittelten in alle Richtungen.
  2. Der Kremlchef hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem Vorort seiner Heimatstadt St. Petersburg auf. Der Anschlag könnte damit zusammenhängen.
(dpa/csr)
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