Wahl in Österreich: "Kronen-Zeitung" nimmt FPÖ-Ergebnis mit Schadenfreude auf

Nach Ibiza-Affäre in Österreich : „Kronen Zeitung“ stichelt mit Strache-Zitat gegen schlechtes FPÖ-Ergebnis

Das Ibiza-Video von Heinz-Christian Strache stürzte Österreich in eine Krise. Am Sonntag bekam seine FPÖ die Quittung und stürzte in der Gunst der Wähler ab. Ausgerechnet die „Kronen Zeitung“ konnte sich einen Seitenhieb gegen die Partei nicht verkneifen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis am Wahlabend in Österreich der unterlegenen FPÖ erneut das Ibiza-Video um die Ohren flog. Ausgerechnet die „Kronen-Zeitung“ stichelte gegen die Partei, die bei der vorgezogenen Nationalratswahl um gut zehn Prozent abgestürzt war und nur noch bei rund 16 Prozent landete. Jenes Medium, das Vizekanzler Heinz-Christian Strache der vermeintlichen russischen Oligarchin im Video, das auf Ibiza entstanden ist, schmackhaft machen wollte.

So sagte er damals: „Wenn dieses Medium auf einmal uns pusht, dann machen wir nicht 27, dann machen wir 34 Prozent.“ Diese Aussage von Strache gehörte zu den verhängnisvollsten im Ibiza-Video, das den österreichischen Ex-Vizekanzler ins politische Abseits beförderte.

Das Geschäft kam nie zustande, das Video sorgte für die größte Regierungskrise in Österreich - und die „Kronen Zeitung“ gehörte fortan zu den auffallend kritischen Begleitern der FPÖ, anders als vor dem Skandal.

Am Sonntagabend kommentierte die „Kronen Zeitung“ das Ergebnis der Rechtspopulisten auf Twitter kurz, knapp und mit viel Schadenfreude: „Sorry“. Beigestellt war ein Bild von Strache aus dem Ibiza-Video, auf dem er gemeinsam mit Johann Gudenus in der Villa neben der vermeintlichen Oligarchin sitzt.

Bei der Wahl in Österreich hatte am Sonntag die konservative ÖVP von Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz mit einem noch nie dagewesenen Vorsprung gewonnen. Nach Hochrechnungen kam die ÖVP auf 37,1 Prozent der Stimmen, ein Plus von 5,7 Prozentpunkten. Der frühere Koalitionspartner von Kurz, die rechtspopulistische FPÖ, stürzte nach dem Skandal um das Ibiza-Video um gut zehn Prozentpunkte auf 16,1 Prozent ab. Als neuer Partner für den ÖVP-Chef kämen nun die Grünen in Frage, die das beste Ergebnis ihrer Geschichte erzielten.

Für die Grünen war es zugleich ein spektakuläres Comeback. Sie waren bei der letzten Wahl 2017 aus dem Nationalrat geflogen und schafften nun mit 14,0 Prozent fulminant den Wiedereinzug. Die sozialdemokratische SPÖ wurde mit 21,7 Prozent zwar zweitstärkste Kraft, es war aber das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Partei. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner war es nicht gelungen, aus dem Ibiza-Skandal Profit zu schlagen.

(mja/dpa)