Wahl 2018 in Kamerun: Maurice Kamto erklärt sich zum Sieger

Urnengang von Gewalt überschattet: Oppositionskandidat in Kamerun erklärt sich zum Sieger der Präsidentenwahl

Maurice Kamto war gegen den seit 36 Jahren regierenden Staatschef Paul Biya angetreten, der als haushoher Favorit bei der Wahl am Sonntag galt. Bereits vor Veröffentlichung des Wahlergebnisses sagte Kamto, er habe "ein klares Mandat erhalten".

"Ich wurde ausgewählt, um einen Elfmeter zu schießen, ich schoss und ich traf", sagte er bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt. "Ich habe das klare Mandat des Volkes erhalten, und ich werde es bis zum Ende verteidigen."

Auf konkrete Auszählungsergebnisse konnte Kamto seine Siegeserklärung allerdings nicht stützen. Das offizielle Wahlergebnis stand noch aus.

Kamto sprach von "zahlreichen Fällen von Wahlbetrug", der von der Regierung organisiert worden sei. Dennoch zeigte er sich bereit, mit der Regierung zusammenzuarbeiten: "Meine Arme bleiben ausgebreitet, damit uns wir gemeinsam für die nationale Wiedergeburt einsetzen."

Bei der Pressekonferenz war auch der Oppositionspolitiker Akere Muna anwesend, der kurz vor der Wahl ein Bündnis mit Kamto geschmiedet hatte. Er hatte seine Anhänger aufgerufen, für Kamto zu stimmen.

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Dennoch galt ein Machtwechsel in dem zentralafrikanischen Land als unwahrscheinlich – auch wegen der Zerstrittenheit der Opposition. Der Kandidat der größten Oppositionspartei Sozialdemokratische Front, Joshua Osih, hatte sich dem Bündnis nicht angeschlossen. Das offizielle Wahlergebnis wird spätestens zwei Wochen nach dem Urnengang vom Verfassungsrat, in dem Vertraute Biyas sitzen, verkündet.

Der Urnengang am Sonntag war von Unruhen in den englischsprachigen Landesteilen überschattet, wo sich seit einem Jahr immer wieder Unabhängigkeitskämpfer Schusswechsel mit der Armee liefern. Die Wahlbeteiligung war in den anglophonen Regionen äußerst gering. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften war im Einsatz.

In den beiden Regionalhauptstädten Buea und Bamenda waren den ganzen Sonntag über Schüsse zu hören. In Bamenda erschossen Soldaten drei Kämpfer, die auf Passanten geschossen hatten.

(mlat/AFP)
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