Wahl 2018 in Brasilien - Rechtspopulist Jair Bolsonaro gewinnt erste Runde

Erste Runde gewonnen : Rechtspopulist Bolsonaro liegt bei Präsidentschaftswahlen in Brasilien vorn

Nach einer Messerattacke vor einigen Wochen lag Jair Bolsonaro schwer verletzt im Krankenhaus. Jetzt ist der Rechtspopulist auf dem besten Weg, Präsident von Brasilien zu werden - die erste Runde der Wahlen ging an ihn.

Jair Bolsonaro hat die erste Runde der Präsidentenwahl in Brasilien klar gewonnen. Der Ex-Militär erhielt knapp 49 Prozent der Stimmen, wie das Wahlamt am Sonntag nach der Auszählung von 60 Prozent der Wahlurnen mitteilte. An zweiter Stelle lag Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei mit etwa 26 Prozent der Stimmen.

Sollte Bolsonaro noch leicht auf über 50 Prozent zulegen, könnte der Rechtspopulist die Präsidentenwahl bereits im ersten Wahlgang entscheiden. Bleibt er unter der absoluten Mehrheit, trifft er in drei Woche in der Stichwahl erneut auf Haddad.

Vor wenigen Wochen war Bolsonaro im Wahlkampf von einem Mann mit einem Messer attackiert worden. Aufgrund der schweren Verletzungen am Bauch muss er mehrfach operiert werden.

Unterstützer des rechtsgerichteten Präsidentschaftskandidaten Jair Bolsonaro feiern dessen gutes Abschneiden bei der Wahl in der Nähe einer aufblasbaren Puppe, die für den inhaftierten Amtsvorgänger Luiz Inacio Lula da Silva steht. Foto: REUTERS/RICARDO MORAES

Rund 147 Millionen Wahlberechtigten waren aufgerufen, einen Nachfolger für den konservativen Staatschef Michel Temer zu wählen. Bolsonaro, der mit rassistischen und sexistischen Äußerungen auf Stimmenfang ging und ein Verteidiger der früheren Militärdiktatur ist, war als Favorit in die erste Runde gegangen. Die Arbeiterpartei hatte Haddad als Ersatzkandidaten für den inhaftierten Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva ins Rennen geschickt.

Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas steckt in einer tiefen Krise. Zahlreiche Politiker sind in Korruptionsskandale verwickelt, die Wirtschaft läuft nur schleppend und die Gewalt nimmt immer weiter zu. Der Wahlkampf war von einem schweren Konflikt zwischen Rechts und Links geprägt.

(sbl/AFP/dpa)
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