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Waffenruhe zwischen Israel und Islamischer Dschihad hält​

Nach dreitägigen Gefechten : Waffenruhe zwischen Israel und Islamischer Dschihad hält

Neue Angriffe werden nicht gemeldet. Beide Seiten bezeichnen sich als Sieger der Konfrontation, der Islamische Dschihad büßte allerdings zwei Kommandeure und Hunderte Raketen ein.

Nach dreitägigen Gefechten hat am Montag in Israel und im Gazastreifen wieder langsam Normalität Einzug gehalten. Die am Vorabend vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und den Extremisten von der Organisation Islamischer Dschihad hielt, neue Angriffe wurden nicht gemeldet. Israel hob Sicherheitsauflagen für die Gemeinden im Süden des Landes auf und öffnete erste Grenzübergänge in den Gazastreifen. Das einzige Kraftwerk in Gaza nahm den Betrieb wieder auf.

Israel hatte bei Luftangriffen am Freitag und Samstag die beiden Dschihad-Kommandeure für den Norden und Süden des Gazastreifens getötet. Die Extremisten feuerten ihrerseits Hunderte Raketen auf Israel ab, von denen die meisten von der israelischen Raketenabwehr abgefangen wurden. Es waren die heftigsten Kämpfe seit dem elftägigen Gazakrieg im vergangenen Jahr. Die im Gazastreifen herrschende militant-islamistische Hamas hielt sich diesmal aber aus dem Konflikt heraus. Unter ägyptischer Vermittlung trat am Sonntagabend schließlich die Waffenruhe in Kraft.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums kamen innerhalb von drei Tagen 44 Palästinenser ums Leben, unter ihnen 15 Kinder und vier Frauen. 311 weitere seien verletzt worden. Nach israelischer Darstellung wurden einige der Opfer durch fehlgeleitete palästinensische Raketen getötet. Unter den Toten waren keine israelischen Staatsbürger.

Am Montag überquerten erstmals wieder Tanklastwagen einen Grenzübergang in den Gazastreifen, der seit vergangener Woche geschlossen war, wie Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachten konnten. Der schmale Küstenstreifen leidet seit Jahren unter Energieengpässen, dazu kam, dass das einzige Elektrizitätswerk in dem Gebiet am Samstag abgeschaltet wurde.

Die Gewalt weitete sich dieses Mal nicht aus, weil die im Gazastreifen herrschende Hamas sich zurückhielt. Möglicherweise fürchtete sie israelische Vergeltungsmaßnahmen und die Aufkündigung wirtschaftlicher Vereinbarungen mit Israel. Dazu gehören auch Arbeitsgenehmigungen für Tausende Einwohner des Gazastreifens.

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Der Islamische Dschihad bezeichnete sich als Sieger der Konfrontation, obwohl die Gruppe zwei Kommandeure verlor. Aus israelischen Diplomatenkreisen verlautete dagegen, die Operation habe den Islamischen Dschihad um Jahrzehnte zurückgeworfen.

Während der Gefechte wurden nach Angaben der israelischen Streitkräfte rund 1100 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert, von denen etwa 200 innerhalb des palästinensischen Autonomiegebiets landeten. Die Armee teilte mit, ihre Luftabwehr habe 380 Geschosse abgefangen, darunter zwei, die auf Jerusalem abgefeuert wurden. Das Militär äußerte sich nicht dazu, was mit den restlichen Raketen geschah, aber sie gingen wahrscheinlich in offenem Gelände nieder oder brachen in der Luft auseinander.

Im Westjordanland zerstörten israelische Soldaten am Montag die Häuser von zwei Palästinensern. Die beiden werden verdächtigt, im Mai in der Stadt Elad einen tödlichen Anschlag auf Israelis verübt zu haben. Das Militär teilte mit, während des Einsatzes sei es zu gewaltsamen Protesten gekommen.

Der Weltsicherheitsrat plante für Montag eine Dringlichkeitssitzung zu den Gewalttaten. China, das die Ratspräsidentschaft innehat, setzte die Sitzung auf Antrag der Vereinigten Arabischen Emirate an, sowie von China, Frankreich, Irland und Norwegen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Angriffe auf Gazastreifen und Raketenbeschuss auf Israel

(albu/dpa)